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Ernährung

Jeden Tag ein Ei lässt Kinder gut gedeihen

Eier sind offenbar für Kinder schon im Alter ab sechs Monaten eine gute – und günstige –Nahrungsquelle, die sich positiv auf das Wachstum auswirkt. Das lassen zumindest die Daten einer aktuellen Studie vermuten.

Veröffentlicht:
US-Wissenschaftler sind erstmals der Frage nachgegangen, welchen Einfluss ein täglicher Eikonsum auf Wachstum und Gedeihen von Kleinkindern hat.

US-Wissenschaftler sind erstmals der Frage nachgegangen, welchen Einfluss ein täglicher Eikonsum auf Wachstum und Gedeihen von Kleinkindern hat.

© granata68 / Fotolia

ST. LOUIS. Eier in der Kleinkindernährung werden hierzulande bislang eher mit Vorsicht betrachtet, wegen des Risikos einer Hühnerweißallergie, die sich allerdings häufig auch wieder verwächst. In einer Studie sind US-Wissenschaftler nun aber einmal gezielt der Frage nachgegangen, welchen Einfluss ein täglicher Eikonsum auf das gesundheitliche Gedeihen von Kleinkindern hat. Hintergrund ist die Tatsache, dass die ersten beiden Lebensjahre wesentlich für Wachstum und Entwicklung bei Kindern sind. Ernährungsbedingte Wachstumsdefizite lassen sich nur bedingt später wieder ausgleichen. Eier könnten aufgrund ihrer Inhaltsstoffe hier einen positiven Effekt haben.

Aus diesem Grund haben die Wissenschaftler insgesamt 83 Kinder im Alter von sechs bis neun Monaten in einem ländlichen Bereich des ecuadorianischen Hochlands über einen Zeitraum von sechs Monaten täglich mit einem Hühnerei versorgt. Im Rahmen des Lulun Projekts (lulun = Ei auf Kichwa) wurden dann Größenentwicklung und Gesundheitszustand inklusive Allergien beobachtet. Die Daten wurden außerdem mit einer Gruppe von 80 Kindern ohne Nahrungsintervention verglichenen.

Die Ergebnisse, die jüngst in der Fachzeitschrift "Pediatrics" (doi: 10.1542/peds.2016-3459) publiziert wurden, waren eindeutig: Der Eikonsum wirkte sich günstig auf das Längenwachstum aus, Allegien wurden keine festgestellt. Das Risiko für Unterentwicklung wurde um 47 Prozent reduziert, das Risiko für Untergewicht sogar um 74 Prozent, wie die Wissenschaftler berichten. Zugleich nahmen die Kinder der Interventionsgruppe weniger gesüßte Lebensmittel zu sich.

Studienleiterin Lora Lanotti äußerte sich in einem BBC-Beitrag positiv überrascht über die deutlichen Ergebnisse und betont, dass Eier somit eine erschwingliche und gut zugängliche Nahrungsquelle gerade für Bevölkerungsschichten sein könnten, die von Mangelernährung und verstecktem Hunger betroffen seien.

Die britische Wissenschaftlerin Prof. Mary Fewtrell vom Royal College of Paediatrics and Child Health, äußerte sich ebenfalls überrascht, dass Eier nicht schon viel früher in solchen Ernährungsstudien genutzt worden seien. Sie verweist allerdings auch darauf, dass Eier nur ein Bestandteil einer ausgewogenen, proteinreichen Ernährung sein könnten und nie vor einem Alter von vier Monaten gegeben werden sollten und generell bei Kindern nur in gut gekochter Form, um Infektionen zu vermeiden. (run)

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