Kommentar zur Statintherapie bei Kindern mit FH

Kein Bluff: Zuviel LDL schadet!

Zur Statintherapie gibt es oft „Fake News“, sogar im öffentlich-rechtlichen TV. Eine aktuelle Studie bestätigt erneut den großen Nutzen.

Von Thomas Müller Veröffentlicht: 05.11.2019, 17:15 Uhr

Unter seriösen Ärzten gibt es keine Zweifel: LDL-Cholesterin ist nicht nur ein kardiovaskulärer Risikomarker, sondern ein Risikofaktor. Das haben Studien klar belegt. Daher ist es nur richtig, wenn die Europäische Kardiologengesellschaft im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgestrahlte Fake-News-Dokus wie ARTES „Cholesterin – der große Bluff“ als das brandmarkt, was sie sind: in gefährlicher Weise unverantwortlich. Viele Menschen, die den Statinleugnern auf den Leim gehen, werden dies mit ihrem Leben bezahlen.

Wer noch weitere Hinweise für den Nutzen von Statinen braucht, kann sich eine aktuelle Langzeitstudie ansehen, in der Kinder mit familiärer Hypercholesterinämie (FH) eine Statintherapie erhielten.

Diejenigen, welche die Therapie fortführten – und das waren die meisten – zeigten 20 Jahre später eine vergleichbare Intima-media-Dicke der Karotiden wie Geschwister ohne FH. Mehr noch: Kein behandelter FH-Patient erlitt ein kardiovaskuläres Ereignis, hingegen hatte bereits ein Viertel ihrer von FH betroffenen und unbehandelten Eltern mit 40 Jahren einen Herzinfarkt oder ein anderes vaskuläres Problem – oft mit fatalen Folgen. Und genau das ist die Botschaft: Zu viel LDL im Blut tötet. Das ist kein Bluff, sondern eine Tatsache!

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Kommentare
Dr. Schätzler

Vielen Dank an Thomas Müller für sein Statement: "Fake-News-Dokus wie ARTES „Cholesterin – der große Bluff“. In der Tat ist diese erst kürzlich erneut ausgestrahlte Doku ein journalistisches Lügengebäude 1. Ranges. Die ARD schreibt zur Ausstrahlung des Beitrags: "Die Theorie, dass zahlreiche Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf einen hohen Cholesterinspiegel zurückzuführen sind, ist im Laufe der letzten 50 Jahre zu einem regelrechten Dogma geworden. Nur wenige forschten in eine andere Richtung und stießen dabei schnell auf große Widerstände seitens der Pharma- und Lebensmittelindustrie. Mittlerweile mehren sich allerdings medizinische Studien, die der vorherrschenden Lehrmeinung widersprechen. Der Film nimmt diese Entwicklung und ihre Hintergründe genauer unter die Lupe..."
In der anerkannten Wissenschaft ist das LDL-Cholesterin ein entscheidender Risikofaktor, zusätzlich Übergewicht, Bewegungsmangel, metabolisches Syndrom, Diabetes, Bluthochdruck und familiäre Hypercholesterinämie.

Dr. Schätzler

Als Kronzeuge wird ein weltweit isolierter, wissenschaftlich umstrittener französischer Arzt und Forscher Dr. Michel de Lorgeril vom Centre national de la recherche scientifique (CNRS)der Université Joseph-Fourier in Grenoble angeführt. Dieser spekuliert über die angeblich völlig fehlenden Beteiligungen von Cholesterin bei der Entstehung von Herz- und Hirn-Infarkten. Er reiht sich damit in den naiven Empirismus und vorwissenschaftlichen Naturalismus der Heilpraktiker-Szene ein. Mit ideologischem Eifer verfolgt de Lorgeril besessen seine Außenseiter-Positionen und legt eine Fülle pseudowissenschaftlicher Publikationen vor. Er zerschlägt den Cholesterol-Mythos, geißelt missbräuchliche Verschreibungen von Cholesterinsenkern und setzt auf mediterrane Lebens- und Ernährungs-Interventionen, körperliche Ertüchtigung, Omega 3 Fettsäuren, Immunitäts-fördernde Ernährung und Diabetes-Prävention: "DITES À VOTRE MÉDECIN QUE LE CHOLESTÉROL EST INNOCENT, IL VOUS SOIGNERA SANS MÉDICAMENT".


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