Kommentar zur Kalziumzufuhr

Keine voreiligen Schlüsse!

Von Robert Bublak Veröffentlicht: 23.10.2015, 09:36 Uhr

Zwei neuseeländische Studien nähren Zweifel an den Empfehlungen die Kalziumzufuhr zur Osteoporose- und Frakturprophylaxe betreffend. Hiernach leistet die gesteigerte Aufnahme von Kalzium keinen relevanten Beitrag dazu, die Knochen zu stärken.

Fachgesellschaften wie der Dachverband Osteologie raten in ihren Leitlinien zu einer täglichen Zufuhr von 1000 mg Kalzium. Das wird in Deutschland von Frauen und Männern jenseits der 50 nur in den Gruppen der Ältesten deutlich verfehlt.

In anderen Ländern der westlichen Welt, wo die Zufuhr im Mittel 700-900 mg pro Tag beträgt, ist die Lage ähnlich. Wenn aber die empfohlenen Mengen fast erreicht werden, ist von einer zusätzlichen Zufuhr kein großer Effekt zu erwarten.

Doch immerhin: Eine Senkung des Risikos für Knochenbrüche um fünf bis zehn Prozent lässt sich aus den vorliegenden Daten ableiten.

Wo die Zufuhr deutlich unter den Empfehlungen blieb, reduzierte die gesteigerte Kalziumzufuhr das Frakturrisiko sogar um 30 bis 40 Prozent, etwa bei Bewohnerinnen von Pflegeheimen.

Das räumen auch die Forscher aus Neuseeland ein. Ganz nutzlos scheint die erhöhte Kalziumzufuhr also doch nicht zu sein. Vielleicht helfen die Studienergebnisse aber, die Zielgruppen in den Leitlinien genauer zu definieren.

Lesen Sie dazu auch: Knochendichte: Mehr Kalzium bringt fast nichts

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