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Kontrolliertes Asthma heißt: Kaum Symptome und normale LUFU!

Patienten mit Asthma bronchiale können heutzutage ein nahezu normales Leben führen - vorausgesetzt sie werden adäquat behandelt. Neue Leitlinien helfen Ärzten und Patienten dabei, die Atemwegserkrankung gut unter Kontrolle zu halten - getreu dem Motto des morgigen Welt-Asthma-Tages "You can control your Asthma".

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Kernstück bei der Behandlung von Patienten mit persistierendem Asthma ist nach wie vor die Dauertherapie, etwa mit inhalativen Kortikosteroiden. Patienten mit neu diagnostiziertem Asthma sollten zunächst nach einem Stufenschema je nach Schweregrad der Erkrankung behandelt werden. So empfehlen es die Deutsche Atemwegsliga und die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin in ihrer aktualisierten Leitlinie. Ist das Asthma nicht gut kontrolliert, soll die Therapie reguliert werden. Hierfür gibt es konkrete Vorschläge.

Therapieziel bei Asthma ist jetzt klar definiert

Aber woran lässt sich genau erkennen, ob das Asthma bei einem Patienten gut kontrolliert ist oder nicht? "Hierbei bietet die neue internationale Leitlinie der Global Initiative for Asthma (GINA) eine Hilfe für den Praxisalltag", sagte Professor Roland Buhl aus Mainz, der die deutsche Leitlinie mitentwickelt hat, zur "Ärzte Zeitung". Demnach liegt ein kontrolliertes Asthma vor, wenn

  • die Patienten tagsüber höchstens zweimal pro Woche und nachts überhaupt keine Beschwerden haben,
  • die körperliche Belastbarkeit der Patienten nicht eingeschränkt ist,
  • höchstens zweimal pro Woche eine Bedarfsmedikation mit einem rasch wirksamen Beta-2-Sympathomimetikum notwendig ist,
  • die Lungenfunktion - beurteilt nach der Einsekundenkapazität (FEV1) oder dem PEF-Wert (Peak Expiratory Flow) - normal ist und
  • keine Exazerbationen auftreten.

Dieses Therapieziel sollte nicht nur deshalb angestrebt werden, damit sich die Patienten trotz ihrer chronisch-obstruktiven Atemwegserkrankung wohlfühlen. Für den Pneumologen aus Mainz gibt es noch einen weiteren wichtigen Grund: "Wir wissen mittlerweile, dass manche Patienten, bei denen wir das Asthma langfristig nicht gut im Griff haben, im Laufe der Zeit in höhere Schweregrade der Krankheit hineinrutschen, die Krankheit also weiter fortschreitet." Und noch etwas ist nach den Erfahrungen von Buhl im Praxisalltag wichtig: "Damit die Patienten ausreichend motiviert sind, selbst an einer guten Asthma-Kontrolle mitzuarbeiten, sollten wir den Betroffenen gleich bei der Ersteinstellung die Angst vor einer inhalativen Kortikoidtherapie nehmen. Wir sollten ihnen plausibel machen, dass die inhalative Behandlung mit solchen Medikamenten etwas anderes ist als die orale Einnahme."

Fixkombinationen bieten Vorteil

Für den Praxis-Alltag bedeuten die neuen Therapieempfehlungen: Ist zum Beispiel ein Patient mit geringgradig persistierendem Asthma (mehrmals pro Woche, aber nicht täglich tagsüber Symptome) mit einem niedrigdosierten inhalativen Kortikosteroid nicht ausreichend behandelt, sollte das Kortikoid etwas höher dosiert werden (mittlere Dosis) oder das niedrigdosierte Kortikoid mit einem lang-wirksamen Beta-2-Mimetikum kombiniert werden. Der Mainzer Kollege plädiert bei solchen Patienten für die Behandlung mit einer Fixkombination. "Das ist aus meiner Sicht die einzige Möglichkeit, um sicherzustellen, dass die Patienten das Kortikosteroid regelmäßig einnehmen." (ikr)



GINA - Initiator des Welt-Asthma-Tages

GINA steht für "The Global Initiative for Asthma". Die Organisation arbeitet weltweit mit Beschäftigten im Gesundheitswesen zusammen - mit dem Ziel, die Asthma-Prävalenz, Morbidität und Sterberate zu reduzieren. Durch Initiativen wie Leitlinien zur Therapie und den Welt-Asthma-Tag will GINA dazu beitragen, das Leben von Asthmatikern zu verbessern. Gegründet wurde GINA 1993 in Zusammenarbeit mit dem National Heart, Lung, and Blood Institute und den National Institutes of Health in den USA sowie der WHO. (ikr)

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