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Trotz Sport

Langes Sitzen fördert Fettleber

Wer zehn Stunden am Tag sitzt, erhöht das Risiko für eine Fettleber - unabhängig davon, ob man zum Ausgleich Sport treibt. Das zeigt eine südkoreanische Studie.

Veröffentlicht:

SEOULSeungho Ryu und Kollegen von der Sungkyunkkwan-Universität in Seoul sind der Frage nachgegangen, ob langes Sitzen, unabhängig vom Aktivitätslevel, eine Rolle bei der Entwicklung einer nicht alkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD) spielen kann (J Hepatol 2015, online 14. September).

In einer Querschnittsstudie wurden Gesundheitsdaten von 139.056 Koreanern im Durchschnittsalter von 39,9 Jahren analysiert. Der mittlere BMI der Probanden lag bei 23,0 kg/m2, sie saßen durchschnittlich 7,6 Stunden täglich.

Sitzpensum mit Fragebogen erfasst

Das Ausmaß sportlicher Aktivitäten sowie die Dauer des täglichen Sitzpensums wurde mittels Fragebogen erfasst, die Diagnose "Fettlebererkrankung" per Ultraschall gestellt.

Bei 39.257 der Teilnehmer wurde eine NAFLD festgestellt. Der sportliche Vergleich zeigte wie zu erwarten: In der Gruppe der Teilnehmer mit geringer Aktivität lag das NAFLD-Risiko um 6 Prozent unter dem der gänzlich Inaktiven.

Diejenigen, die in einem gesundheitsfördernden Ausmaß (zum Beispiel forderndes Training mindestens dreimal pro Woche) aktiv waren, erreichten eine Risikoreduktion um 20 Prozent.

Auch langes Sitzen erwies sich, nachdem in der multivariaten Analyse alle Störfaktoren einschließlich körperlicher Aktivität berücksichtigt worden waren, als unabhängiger signifikanter Risikofaktor für NAFLD.

Risiko um 9 Prozent erhöht

Probanden, die fünf bis neun Stunden täglich saßen, hatten ein um 4 Prozent höheres NAFLD-Risiko als Personen, die täglich weniger als fünf Stunden saßen.

In der Gruppe derer mit mindestens zehn Stunden sitzender Tätigkeit pro Tag lag das Risiko um 9 Prozent höher. Dieser Effekt blieb signifikant, wenn die Probanden in einem gesundheitsfördernden Maß sportlich aktiv waren oder der BMI unter 23 kg/m2 lag.

Der Zusammenhang zwischen langem Sitzen und NAFLD könnte durch eine höhere Kalorienaufnahme erklärt werden, da beim Fernsehen und vor dem Computer gerne geknabbert werde, so die Autoren. Allerdings wurde die Kalorienaufnahme wie auch der BMI in der Analyse berücksichtigt.

Was eine Rolle zu spielen scheint, ist das Verhältnis zwischen Muskel- und Fettmasse. So wurde der negative Effekt langer Sitzzeiten auf die NAFLD, Ryu zufolge, offenbar durch zunehmende Fett- und abnehmende Skelettmuskelmasse vermittelt.

Insgesamt scheint also nicht nur der regelmäßige Sport, sondern auch häufiges Aufstehen von Schreibtisch oder Couch vor Fettlebererkrankungen zu schützen. (st)

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