Zunehmende Fallzahl

Malaria auch in Höhen von 2000 Metern

Einerseits gehen die Malaria-Zahlen global gesehen zurück – andererseits bereiten zunehmende Resistenzen Sorgen.

Veröffentlicht: 03.06.2020, 13:00 Uhr

Trotz globalem Rückgang der Malaria-Fallzahlen seit dem Jahr 2010 bleibt die Infektionskrankheit in vielen Reisezielen eine potenziell tödliche Bedrohung für Reisende, erinnerte Professor Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des Centrum für Reisemedizin CRM.

Generell sei eine MalariaProphylaxe ab Höhen über 1500 Metern nicht mehr notwendig, allerdings könne dies je nach Temperatur und Niederschlag stark variieren. „Bei günstigen Umweltbedingungen kann auch in über 2000 Metern eine Übertragung stattfinden“, betonte Jelinek beim 21. Forum Reisen und Gesundheit. So habe es in den vergangenen Jahren eine Zunahme der Fälle von Höhenmalaria gegeben.

Jelinek erinnerte, dass eine unbehandelte Malaria tropica bei nicht immunen Reisenden in bis zu 80 Prozent der Fälle tödlich verlaufen könne. „Und selbst unter suffizienter Behandlung bei Reiserückkehrern nach Europa liegt die Todesrate im Schnitt bei 0,5-2 Prozent!“ Es sei daher bei Reisen in Malaria-Gebiete unbedingt erforderlich, Empfehlungen zur Malariaprophylaxe zu geben.

Da sich zunehmend resistente Malaria-Erreger ausbreiten, liegt zudem große Hoffnung auf möglichen Impfstoffen. An der Uni Tübingen werde derzeit der auf Sporozoiten basierende Impfstoff „PfSPZ-CVac“ entwickelt, wie Dr. Rolf Fendel berichtete. Aktuell liefen Phase-II-Studien in Afrika an. Der Kandidat enthält lebensfähige Sporozoiten, die zeitgleich mit dem Malaria-Mittel Chloroquin verabreicht werden. Dadurch wird eine effektive Immunantwort ausgelöst, die Zahl der Erreger gleichzeitig aber kontrolliert, weshalb nur geringe oder keine Malaria-Symptome zu erwarten sind. (bae)

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