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Manchmal liegt’s am Stimmband, wenn Patienten um Luft ringen

WIESBADEN (ikr). Was auf den ersten Blick wie ein schwerer Asthma-Anfall anmutet, kann sich bei genauer Anamnese als eine im Prinzip harmlose Stimmband-Dysfunktion erweisen. Eine solche Diagnose liegt nahe, wenn plötzlich heftige Atemnot-Attacken auftreten, die sich auch nicht durch hochdosierte orale Steroide beheben lassen und nach wenigen Sekunden oder Minuten spontan abklingen.

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Die Attacken können täglich oder nur einmal pro Jahr auftreten - oft nach Hustenanfällen. "Das Wichtigste ist, daß wir an so eine Diagnose überhaupt denken, um den betreffenden Patienten über Monate oder gar Jahre unnötige orale Steroidgaben zu ersparen", sagte Dr. Klaus Kenn vom Klinikum Berchtesgadener Land in Schönau beim Internistenkongreß in Wiesbaden.

Schätzungsweise 250 000 bis 350 000 Menschen in Deutschland seien von einer Stimmband-Dysfunktion (Vocal Cord Dysfunction, VCD) betroffen. Dabei handelt es sich um einen intermittierenden, Atemnot induzierenden funktionellen Laryngospasmus. Etwa drei bis fünf Prozent aller Asthmatiker haben eine VCD. Aber nicht alle VCD-Patienten sind Asthmatiker. Betroffen sind vor allem Frauen. Wodurch der Laryngospasmus entsteht, ist noch nicht eindeutig geklärt.

"Als Therapie genügt bei anamnestischem Verdacht auf VCD oft schon, die Patienten über die Ursache der Atemnot aufzuklären und ihnen zu vermitteln, daß der Laryngospasmus im Prinzip harmlos ist und keine Lebensgefahr darstellt", sagte Kenn zur "Ärzte Zeitung". Lassen sich die Atemnot-Attacken so nicht deutlich mindern oder beseitigen, kommen weitere Therapien in Frage wie Atemtherapie, Entspannungsübungen, Psychotherapie oder auch eine Therapie mit Protonenpumpenhemmern bei Reflux-Symptomen.

Vor aufwendigen Therapien sollte die Diagnose nach Angaben von Kenn jedoch gesichert werden, etwa durch Endoskopie mit Provokation eines Laryngospasmus. Das gelingt, indem die Patienten individuell eruierten Reizsituationen ausgesetzt werden, etwa bestimmten Düften oder taktilen Reizen.

Noch aussagekräftiger sei die Endospirometrie. Hiermit werden nicht nur Kehlkopfspasmen mit Laryngoskopie nachgewiesen, sondern es wird gleichzeitig die dadurch ausgelöste Atemnot dokumentiert, indem der gestörte Atemfluß mit Spirometrie als Sinus-Kurve abgebildet wird.

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