Kommentar

Mehr Spielraum beim PSA-Test

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

Der PSA-Test wird wohl auch mittelfristig ein IGeL-Angebot bleiben, denn noch fehlen eindeutige Daten, dass der Nutzen einer frühen Prostatakrebs-Diagnose durch den Test die Risiken für unnötige Biopsien und Operationen überwiegt. Daran ändern auch die erweiterten Empfehlungen in der S3-Leitlinie nichts.

Man darf zwar hoffen, dass neue Studien mehr Klarheit schaffen, doch selbst wenn sich ein Vorteil für den Test zur Frühdiagnostik ergibt, werden noch viele Jahre ins Land gehen, bis er sämtliche bürokratischen Hürden auf dem Weg zur Kassenleistung überwindet.

Männer sind also weiterhin darauf angewiesen, dass ihnen Ärzte Nutzen und Risiken des Tests fair erklären, den Test sinnvoll anwenden und die Ergebnisse richtig interpretieren - das alles ist nicht trivial. So macht ein Test etwa nur dann Sinn, wenn die Männer bereit sind, ihr PSA regelmäßig zu bestimmen. Denn nicht nur der absolute Wert ist entscheidend, sondern auch der Verlauf. Steigt er schnell an, deutet auch dies auf einen Tumor.

Immerhin gibt die neue Leitlinie den Ärzten für solche Zeitreihen mehr Spielraum: Beginnen sie bereits bei 40-Jährigen mit der Messung, können sie Abweichungen später besser beurteilen - und das kann helfen, unnötige Eingriffe zu vermeiden.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund: Urologen empfehlen den PSA-Test jetzt schon für Männer ab 40 Jahren

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Patienten könnten trotzdem profitieren

Studie: Metformin bei metastasiertem Prostatakrebs nicht lebensverlängernd

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Interview

Was eine gute Reha beim Post-COVID-Syndrom ausmacht

Lesetipps
Ein älterer Mann muss stark husten und hält eine Hand auf seine Brust.

© Getty Images

Infektionsmanagement

Keuchhusten: Was bei der Behandlung Erwachsener wichtig ist

Eine Pillenbox gefüllt mit Medikamenten.

© Mouse family / stock.adobe.com

Tipps aus der Medizin, Pflege und Pharmazie

Wie sich die Adhärenz bei oraler Tumortherapie steigern lässt

Pertussis: Auch die Großeltern impfen?

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Pertussis: Auch die Großeltern impfen?