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Französische Studie

Methotrexat bei Rheuma suboptimal genutzt?

Mit Blick auf Remission und Funktion profitieren Patienten mit früher Rheumatoider Arthritis von Methotrexat (MTX) – wie erwartet vor allem dann, wenn MTX optimal dosiert wird. Forscher haben recherchiert, wie MTX in der Praxis angewandt wird.

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:

MONTPELLIER. Gute Rheumatherapie führt zu besseren Resultaten als schlechte – das klingt zunächst nach einer Binsenwahrheit. Auf einem anderen Blatt steht freilich, ob die gute Behandlung auch jedem Rheumapatienten zuteilwird. Dass davon in der Praxis mitnichten auszugehen ist, wird durch eine Studie bestätigt, die Cécile Gaujoux-Viala von der Universitätsklinik Nîmes zusammen mit Kollegen veröffentlicht hat.

Gaujoux-Viala und ihr Team hatten die Krankheitsverläufe von 288 Patienten mit Rheumatoider Arthritis im Frühstadium ausgewertet, die an der ESPOIR-Studie teilgenommen hatten (Ann Rheum Dis 2017; online 2. September). Obwohl MTX nach wie vor als Basistherapeutikum der ersten Wahl gilt, hatten es nur 53 Prozent der Patienten während des ersten Nachbeobachtungsjahres verordnet bekommen. Eine optimale Dosis erhielten nur 26 Prozent. Sie war definiert als:

» Therapiebeginn mit MTX binnen dreier Monate nach Aufnahme in die Studie;

» Initialdosis = 10 mg/Woche;

» Dosis = 20 mg/Woche oder 0,3 mg/kg/Woche nach sechs Monaten, falls die Krankheitsaktivität im DAS28 einen Wert > 2,6 erreicht (oder jede andere Dosis bei einem DAS28 < 2,6, entsprechend einer Remission).

Chance auf Remission höher bei optimaler Dosierung

Im Vergleich der optimal mit den nicht optimal mit MTX behandelten Patienten zeigte sich ein deutlicher Vorteil für die Ersteren. 27 Prozent der optimal Behandelten befanden sich nach einem Jahr in Remission, bei den nicht optimal Therapierten waren es 8 Prozent. Eine normale Gelenkfunktion hatten 74 vs. 51 Prozent. Und 25 vs. 10 Prozent wurden in Kombination mit anderen Basistherapeutika behandelt. An den besseren Ergebnissen unter korrekter MTX-Dosierung änderte sich auch im zweiten Jahr des Follow-up nichts.

Vorteile bezüglich der radiologischen Progression waren jedoch nicht zu erkennen. Nach einem Jahr waren 69 vs. 71 Prozent der Patienten mit optimaler bzw. suboptimaler MTX-Behandlung frei von Zeichen eines raschen Fortschreitens der Krankheit. Nach zwei Jahren waren es 75 bzw. 81 Prozent.

"Diese Daten zeigen, dass mehr Anstrengung nötig ist, damit bei früher Rheumatoider Arthritis besserer Gebrauch von Methotrexat gemacht, also Methotrexat innerhalb von drei Monaten eingesetzt und optimal dosiert wird", schreiben Gaujoux-Viala und Mitarbeiter in ihrer Schlussfolgerung.

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