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Mit 70 Jahren werden Parkinsonpatienten im Schnitt demenzkrank

MARBURG (mut). Die meisten Parkinson-Patienten entwickeln mit etwa 70 Jahren eine Demenz - unabhängig davon, wie lange sie schon motorische Symptome haben.

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Parkinson-Patienten haben bekanntlich ein erhöhtes Demenzrisiko. So sind etwa 30 bis 40 Prozent auch an einer Demenz erkrankt. Entscheidend für die Entwicklung einer Demenz ist aber offenbar nicht die Erkrankungsdauer, sondern alleine das Alter - ab 70 Jahren steigt das Demenzrisiko dramatisch. Darauf hat Dr. Glenda Halliday aus Sydney in Australien hingewiesen.

Beim Deutschen Parkinsonkongress in Marburg präsentierte Halliday Daten der Sydney Multicenter Study, an der 149 Patienten mit neu diagnostiziertem Parkinson teilgenommen haben. Diese wurden 20 Jahre lang oder bis zu ihrem Tod regelmäßig untersucht. Nach 20 Jahren war noch etwa ein Viertel der Patienten am Leben.

Zu Beginn waren die Patienten im Schnitt 62 Jahre alt. Ein Viertel hatte bereits eine Demenz. Innerhalb der ersten zehn Jahre stieg dieser Anteil nur langsam auf 38 Prozent. In den folgenden fünf Jahren - die Patienten waren jetzt im Schnitt um die 70 Jahre - stieg der Anteil der Demenzkranken jedoch rasant auf 70 Prozent, nach 20 Jahren hatten 83 Prozent der Überlebenden eine Demenz.

Dass Demenzbeginn allein mit dem Alter und praktisch nicht mit der Krankheitsdauer korreliert, konnte Halliday zeigen, indem sie einzelne Verlaufsformen der Krankheit betrachtete. Sie teilte die Demenz-Patienten in drei Gruppen ein: Solche mit früh beginnendem Parkinson (Early-onset-Parkinson, Beginn unter 60 Jahre, oft genetisch bedingt), solche, bei denen ein idiopathischer Parkinson im Alter von über 60 Jahren diagnostiziert wurde, und schließlich Patienten mit Lewy-Körperchen-Demenz, einer rasch progredienten Parkinsonform mit schnellem kognitivem Abbau.

Die Patienten mit frühem Parkinson-Beginn waren zum Zeitpunkt der Parkinson-Diagnose im Schnitt 54 Jahre alt, die Demenz entwickelt sich bei ihnen durchschnittlich mit 69 Jahren. Patienten mit späterem Parkinson-Beginn (im Schnitt 62 Jahre) wurden mit 71 Jahren demenzkrank. Patienten mit Lewy-Körperchen-Demenz entwickelten im Alter von 69 Jahren die ersten Parkinson-Symptome und hatten mit 70 Jahren eine ausgeprägte Demenz.

Da bei M. Parkinson nicht nur dopaminerge Zellen schneller degenerieren als bei gesund alternden Menschen, sondern auch nichtdopaminerge Nervenzellen, verläuft die Entwicklung der Demenz offenbar unabhängig von den motorischen Symptomen und macht sich ab einem Alter von 70 Jahren entsprechend früher bemerkbar, so eine auf dem Kongress diskutierte Erklärung.

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