Ungewöhnliche Rettungsmethode

Mit einem Staubsauger Fremdkörper aus den Atemwegen entfernt

Ungewöhnlich, aber hilfreich war der Einsatz des Staubsaugers zur Entfernung von aspirierten Fremdkörpern. Familienangehörige retteten den Betroffenen auf diese Weise das Leben.

Veröffentlicht:
Ein Staubsauger eignet sich wohl nicht nur zur Reinigung, er kann auch Leben retten.

Ein Staubsauger eignet sich wohl nicht nur zur Reinigung, er kann auch Leben retten.

© Pixel-Shot/stock.adobe.com

Albuquerque. Manchmal sind mit unkonventionellen Methoden durchschlagende Erfolge zu erzielen. Dies zeigt auch eine aktuelle Studie von Dr. Tatsuya Norii von der University of New Mexiko, Albuquerque, und Kollegen. Die Forscher haben die Daten des Multicenter Observatorial Choking Investigation retrospective registry (MOCHI-retro) ausgewertet (Resuscitation 2021; 162: 99-101).

Es wurden alle Fälle zwischen 2014 und 2019 erfasst, bei denen über den Einsatz eines Staubsaugers zur Entfernung von Fremdkörpern aus den Atemwegen berichtet wurde. Meist griff ein Familienangehöriger zu dieser Maßnahme, in einem Fall ein Notfallmediziner. Die betroffenen Personen aspirierten ausschließlich beim Essen. Dabei gerieten Brot, Reis, Kuchen, Fleisch oder Gemüse auf den falschen Weg.

Keine größeren Verletzungen

Bei acht von 386 Personen mit Fremdkörperobstruktion der Atemwege war durch eine anwesende Person versucht worden, die Atemwege mittels Staubsauger zu befreien, nachdem andere Manöver, wie die manuelle Entfernung, Schläge auf den Rücken oder Druck auf Bauch oder Brustkorb gescheitert waren.

Bei vier Personen kam es zum Herzstillstand. Bei drei Patienten gelang die Fremdkörperentfernung mit dem Staubsauger, und sie überlebten ohne größere neurologische Komplikationen (Cerebral Performance Categories, CPC bei Entlassung: 1 oder 2). Mit einem CPC von 3 überlebte zudem eine Bewohnerin eines Seniorenheims, bei der die Staubsauger-Methode fehlschlug, die aber keinen Herzstillstand erlitten hatte und vom Pflegepersonal notversorgt wurde.

Ungewöhnliche Rettungsmethode

Die ungewöhnliche Rettungsmethode hatte offenbar keine größeren Verletzungen hinterlassen, wie die nachträgliche Untersuchung und die Computertomografie von Brustkorb und Abdomen ergaben. Ein möglicher Vorteil der Staubsaugermethode sei, so die Autoren um Norii, dass diese Maßnahme wenig Kraft erfordere.

Denn oft seien es ältere Familienangehörige, die den Notfall miterleben und die nicht genug Druck ausüben können, um den Fremdkörper auf andere Weise zu entfernen. (st)

Mehr zum Thema
Update

Corona-Studien-Splitter

Infizierte Pflegekraft steckte geimpfte Heimbewohner an

DGIM-Kongress

Screening auf Lungenkrebs: Start noch in diesem Jahr?

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen