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Antibiotikaresistenzen

Multiresistenter E. coli-Stamm auf dem Vormarsch

Wissenschaftler an der Uni Gießen fanden einen Escherichia coli-Stamm, der sich seit 2010 in Deutschland rasant ausbreitet und gegen mehrere Antibiotika gleichzeitig unempfindlich ist.

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Multiresistente E. coli-Bakterien

Multiresistente E. coli-Bakterien

© Universität Gießen/Pressestelle

GIEßEN. Die Zunahme von Antibiotika-resistenten Bakterien führt besonders in Krankenhäusern zu schwer behandelbaren Infektionen. Häufiger Auslöser sind multiresistente Escherichia coli-Bakterien. Einen solchen Stamm haben nun , Forscher des Instituts für Medizinische Mikrobiologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen identifiziert.

Die Gießener Wissenschaftler untersuchten in ihrer Studie – aktuell publiziert in "Emerging infectious Dieseases" (DOI: 10.3201/eid2310.170938) – insgesamt fast 1000 Isolate von Bakterien aus Mensch, Tier, Umwelt und Lebensmitteln, die Beta-Laktamasen mit erweitertem Spektrum (ESBL)produzieren. Durch ihren Mechanismus werden diese bakteriellen Erreger multiresistent und sind in Kliniken besonders gefürchtet, wie die Universität mitteilt.

In ihren Untersuchungen identifizierten die Forscher gezielt die Gene für die Beta-Laktamasen und suchten nach einer Untergruppe, die in anderen Ländern bereits auf dem Vormarsch ist. Es handelt sich hierbei nach Angaben der Universität um einen multiresistenten E. coli-Stamm vom Sequenztyp 131 (ST131), der weltweit für Millionen von Infektionen verantwortlich ist, vor allem Sepsis und Blasenentzündungen, und der ein relativ seltenes ESBL-Gen trägt, nämlich blaCTX-M-27.

Die Suche war erfolgreich: Die Forscher fanden E. coli ST131 CTX-M27 ausschließlich in menschlichen Isolaten und konnten nachweisen, dass seine Häufigkeit von null Prozent im Jahr 2009 auf 45 Prozent in 2016 gestiegen ist.

"Damit macht dieser E. coli-Stamm mit seinem spezifischen ESBL-Gen einem E. coli ST131-Stamm Konkurrenz, der bisher in Deutschland am häufigsten nachgewiesen wurde und ein anderes ESBL-Gen trägt", erklärt Dr. Can Imirzalioglu, Wissenschaftler der Uni Gießen. Nun seien weitere Studien notwendig, um die Ursachen und die klinische Bedeutung dieses Shifts zu untersuchen. (run)

Das Projekt hinter der Studie

Das Projekt wurde vom DZIF und vom Forschungsverbund RESET unterstützt, der sich der Untersuchung von Resistenzen gegen Antibiotika in Enterobakterien verschrieben hat.

Seit 2013 arbeiten Wissenschaftler des DZIF-Schwerpunkts "Krankenhauskeime und Antibiotika-resistente Bakterien" mit dem Forschungsverbund RESET in Gießen eng zusammen bei der Sammlung multiresistenter Infektionserreger von Tier und Mensch.

Das Erbgut der Isolate dieser umfangreichen Sammlung wurde in der Bioinformatischen Abteilung des DZIF sequenziert und die bakteriellen Genome in einer Datenbank hinterlegt. Diese Genom-Datenbank wird immer wieder erfolgreich genutzt, um das Vorkommen von Resistenzen näher zu untersuchen.

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