Direkt zum Inhaltsbereich

Nasenbluten mit Wechselstrom bekämpfen

Die Quelle von therapierefraktärer Epistaxis liegt häufig im oberen Teil der Nasenhöhle. Daher gilt die endoskopisch geleitete Elektrokauterisation als Therapie der ersten Wahl.

Von Beate Schumacher Veröffentlicht:
Nasenbluten kann lebensbedrohlich sein. Bei manchen Patienten kann der Ursprung nicht genau lokalisiert werden.

Nasenbluten kann lebensbedrohlich sein. Bei manchen Patienten kann der Ursprung nicht genau lokalisiert werden.

© Jan Andersen / fotolia.com

SHANGHAI. Zur Therapie bei Nasenbluten eignet sich Wechselstrom hoher Frequenz. Das empfehlen HNO-Ärzte aus Shanghai, die retrospektiv die Akten von 265 Patienten mit idiopathischer Epistaxis ausgewertet haben (J Laryngol Otol 2012; 126: 482-486).

Die Blutung konnte mit Rhinoskop nicht lokalisiert werden, mindestens ein Therapieversuch mit vorderer und hinterer Nasentamponade war fehlgeschlagen.

Bei massiver Blutung wurde selektiv tamponiert

Alle Patienten wurden in Lokalanästhesie endoskopiert. Wenn die Blutungsquelle ausfindig gemacht werden konnte, wurde das Gefäß mittels Elektrokauter verödet. Bei nicht exakt lokalisierbarem Ursprung oder massiver Blutung wurde selektiv tamponiert.

Die Blutungen kamen - in absteigender Häufigkeit - aus dem oberen Septum im Bereich der Riechrinne (39,2 Prozent), dem unteren Nasengang (27,5 Prozent), dem Recessus sphenoethmoidalis (6,0 Prozent) und dem mittleren Nasengang (5,3 Prozent).

Bei knapp 20 Prozent der Patienten konnte der Blutungsort nicht identifiziert werden. Der häufigste Ursprung bei Patienten über 50 Jahren war der Sulcus olfactorius, bei Patienten unter 50 Jahren der Meatus inferior. Diese Stellen sollten daher altersabhängig zuerst inspiziert werden, raten die Studienautoren.

Ernsthafte Komplikationen kamen nicht vor

Bei allen Blutungen in unterem oder mittlerem Nasengang oder Riechrinne war die Elektrokauterisation erfolgreich. Dies war auch der Fall bei zwei Patienten, bei denen zuvor bereits eine Ligatur bzw. eine Embolisation der A. maxillaris vorgenommen worden war.

Bei Blutungen im Recessus musste wegen nicht exakt lokalisierbaren Ursprungs öfter tamponiert werden. Ernsthafte Komplikationen traten in keinem Fall auf.

Die chinesischen HNO-Ärzte empfehlen deswegen dringend, bei idiopathischer therapierefraktärer Epistaxis zuerst zu endoskopieren, bevor man erneut tamponiert. Mehrfache Tamponaden seien schmerzhaft und oft nutzlos.

Wenn möglich, sollte daher sogar schon vor der ersten hinteren Tamponade endoskopiert werden. Klar umgrenzte Blutungsquellen sollten dann mit dem Elektrokauter ausgeschaltet werden. Nur wenn die Blutung nicht exakt verortet werden kann, sollte selektiv tamponiert werden.

Quelle: www.springermedizin.de

Mehr zum Thema

Ob allergisch oder nicht

Rhinitis ist signifikant mit Migräne verbunden

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Stiller Reflux in der HNO-Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: G. Pohl-Boskamp GmbH & Co. KG, Hohenlockstedt
Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG
Podcast Dr. Lars Reichstein

© Porträt: Dr. Lars Reichstein, Hamburg | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Stiller Reflux in der HNO-Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: G. Pohl-Boskamp GmbH & Co. KG, Hohenlockstedt

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

„ÄrzteTag“-Podcast

Wie kommuniziert man Zahlen und Risiken verständlich, Dr. Lühnen?

Medizin aus dem Kochtopf

Wie Ernährung die altersbedingte Makuladegeneration beeinflusst

Lesetipps
Schatten eines übergewichtigen Menschen an einer Wand.

© Luluraschi / stock.adobe.com

Fettleibigkeit beginnt im Gehirn

Adipositas: Wechselspiel zwischen Genetik, Hirn und Mikrobiom

Fußballfans im Stadion jubeln.

© Jacob Lund / stock.adobe.com

Anpfiff fürs Herzrasen

Gefährlich emotional: Wenn Fußball aufs Herz geht