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Neue Erfolge mit Hirnstimulation bei therapieresistenter Depression

Der Effekt der tiefen Hirnstimulation bei schweren Depressionen ist jetzt in einer dreizentrischen Studie geprüft worden. Mit Erfolg.

Veröffentlicht:

TORONTO (mal). Nach ersten Erfolgsmeldungen aus einem einzelnen Therapiezentrum hat sich die tiefe Hirnstimulation bei Patienten mit langjährigen therapieresistenten Depressionen jetzt auch in einer Pilotstudie an drei Zentren bewährt.

In der Studie, die das Team um Dr. Andres Lozano aus Toronto veröffentlicht hat (Journal of Neurosurgery; online 18. November), sind 21 Patienten mit tiefer Hirnstimulation behandelt worden.

Patienten mit langjähriger Depression

Alle Studienteilnehmer litten im Durchschnitt schon 20 Jahre an Depressionen, hatten mehr als 16 verschiedene Medikamente genommen und galten zum Zeitpunkt des Einschlusses in die Studie als behindert oder berufsunfähig, teilt St. Jude Medical mit.

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass die tiefe Hirnstimulation bei Patienten, die üblicherweise nicht auf Therapien ansprachen, die Depressionssymptome und die Lebensqualität deutlich besserte.

Entsprechend der Bewertung laut Hamilton-Skala (HRSD-17) war eine 50-prozentige Minderung der Symptome nach einem Monat bei 57 Prozent der Studienteilnehmer festzustellen, nach sechs Monaten bei 48 Prozent und nach 12 Monaten bei 29 Prozent.

Wurde eine 40prozentige Minderung der Symptome als Ziel definiert, war ein entsprechender Therapieerfolg nach einem Jahr bei 62 Prozent der Studienteilnehmer zu verzeichnen.

"Die Reduzierung dieser Symptome anhand der Hamilton Skala ist als klinisch signifikant zu werten, da diese Patienten verschiedene Medikamente, Psychotherapie und/oder Elektrokonvulsionstherapie (EKT) ohne Erfolg versucht haben" wird Lozano, Neurochirurg am Toronto Western Hospital und leitender Prüfungsarzt der Studie, in der Mitteilung von St. Jude Medical zitiert.

Die Studienergebnisse, die auf der Jahrestagung der American Psychiatric Association vorgestellt wurden, zeigten, dass acht Studienteilnehmer wieder am regulären Tagesablauf teilnehmen konnten und wieder im sozialen Umfeld aktiv waren, so der Hersteller. Zwei Patienten wurden als "in Remission" eingestuft.

Den Depressiven in der Studie sei ein Libra™ DBS System implantiert worden, so der Hersteller. Dieses System, welches in der Nähe des Schlüsselbeins implantiert wird, gibt geringe elektrische Impulse an Elektroden ab.

Die Elektroden werden in der subcallosalen Region des Gyrus Cinguli im Gehirn, ein Teil des Brodmann Areals 25 platziert. In der Studie seien die häufigsten auftretenden schwerwiegenden Ereignisse bei tiefer Hirnstimulation die Erosion der Haut und Kabelbruch der Elektroden.

St. Jude Medical führt derzeit eine große multizentrische Zulassungsstudie an bis zu 20 Zentren durch.

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