Impfen

Neue Option zum Rotavirus-Schutz

LISSABON (fvw). In Deutschland ist jetzt ein zweiter oraler Impfstoff für Kleinkinder gegen Rotavirus-Infektionen in Sicht. Die pentavalente Vakzine RotaTeq® ist von der europäischen Arzneimittelbehörde EMEA zugelassen worden. Die Einführung wird in Kürze erwartet.

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Eine Rotavirus-Gastroenteritis ist in Deutschland die häufigste Ursache für die Einweisung von Kleinkindern in die Klinik, hat Dr. Markus Rose von der Universitätsklinik Frankfurt berichtet. Von den jährlich über 10 000 an Rotavirus-Brechdurchfall erkrankten Kleinkindern müsse etwa jedes 45. stationär behandelt werden, und zwar oft auf der Intensivstation.

"Rotaviren sind hochinfektiös. Zehn Viruspartikel reichen bereits für eine Infektion aus. Kranke Kinder haben bis zu 20 Episoden von Erbrechen und Durchfall am Tag. Ärzte sollten Eltern von Kleinkindern unbedingt eine Impfung nahelegen", sagte der Pädiater beim 7. Internationalen Rotavirus-Symposium in Lissabon zur "Ärzte Zeitung".

    Die Infekte sind oft die Ursache für Klinikaufenthalte von Kleinkindern.
   

Der neue Impfstoff des Unternehmens Sanofi Pasteur MSD schützt gegen die weltweit häufigsten Rotavirus-Serotypen (G1 bis G4 und P1). Die Vakzine wurde in der Rotavirus Efficiacy and Safety Studie (REST) mit über 70 000 gesunden Säuglinge in elf Ländern geprüft. Die Kinder waren ab der sechsten bis zwölften Lebenswoche dreimal in Abständen von vier bis zehn Wochen mit der oralen Vakzine oder Placebo geimpft worden.

Die Analyse zur Wirksamkeit mit 5673 Kindern ergab, daß mit der Vakzine 75 Prozent aller Rotavirus-Infekte verhindert wurden. Schwere Infektionsverläufe gab es nur bei einem Kind in der Verum-Gruppe im Vergleich zu 51 Kindern in der Placebo-Gruppe.

Darm-Invaginationen, die bei einem früheren Rotavirus-Impfstoff vorgekommen waren, traten mit der neuen Vakzine nicht gehäuft auf. In dem Jahr nach der ersten Impfdosis bekamen zwölf Kinder der Verum- und 15 in der Placebogruppe Invaginationen.

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