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ARNI

Neue Therapie bei Herzinsuffizienz am Horizont

Erfolg mit einem neuartigen Wirkstoff zur Therapie bei chronischer Herzinsuffizienz: Wegen der bei einer Zwischenanalyse festgestellten Reduktion von kardiovaskulären Todesfällen und Klinikeinweisungen ist die PARADIGM-HF-Studie vorzeitig gestoppt worden, meldet das Pharmaunternehmen Novartis.

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BASEL. PARADIGM-HF ist die bislang größte Studie zur klinischen Prüfung von Wirksamkeit und Sicherheit einer medikamentösen Therapie bei Herzinsuffizienz. Beteiligt waren 8436 Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz auf Basis einer erniedrigten linksventrikulären Auswurffraktion (kleiner 40 Prozent) und erhöhten Spiegeln der natriuretischen Peptide BNP oder NT-proBNP.

In der Studie ist der noch namenlose Wirkstoff LCZ696 (200 mg zweimal täglich) im Vergleich mit dem ACE-Hemmer Enalapril (10 mg zweimal täglich) im Hinblick auf Wirksamkeit und Verträglichkeit untersucht worden. Primärer Studienendpunkt war eine Kombination der Ereignisse kardiovaskulär bedingter Tod oder Klinikeinweisung infolge Herzinsuffizienz.

Nachdem eine Zwischenanalyse offenbart hatte, dass dieser kombinierte Endpunkt erreicht worden war, wurde nun der vorzeitige Stopp der Studie beschlossen, teilte der Studiensponsor Novartis in einer Presseinformation mit. Diese Entscheidung erfolgte auf einstimmige Empfehlung des Data Monitoring Committee (DMC) der Studie.

Der auch als ARNI (Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitor) bezeichnete Wirkstoff LCZ696 vereinigt zwei Wirkprinzipien in einem Molekül: die Hemmung des Angiotensin-Rezeptors (durch Valsartan) und der neutralen Endopeptidase, auch bekannt als Neprilysin (durch den Neprilysin-Hemmer LBO675). Das Enzym ist unter anderem am Abbau der natriuretischen Peptide ANP und BNP beteiligt.

Verbesserung der neurohumoralen Balance

Neprilysin-Hemmung verstärkt somit das intrinsische natriuretische Peptidsystem. ANP und BNP wirken antagonistisch zum Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) und vermindern den Sympathikustonus, sie fördern zudem Vasodilatation und Diurese und zeigen auch antifibrotische Eigenschaften..

Experten erhoffen sich, dass dadurch das neurohumorale Ungleichgewicht, das infolge der Aktivierung von RAAS und sympathischem Nervensystem bei Herzinsuffizienz besteht, günstig beeinflusst wird.

In der Forschung hat man die Erhöhung natriuretischer Peptide durch Neprilysin-Hemmung als therapeutischen Ansatz bei Herzinsuffizienz schon seit längerem im Visier.

Mit Omapatrilat gab es bereit einmal einen zunächst vielversprechenden erscheinenden Wirkstoff-Kandidaten, der für die Therapie bei Hypertonie und Herzinsuffizienz entwickelt werden sollte.

Das Molekül setzte sich aus einem ACE-Hemmer und einem Neprilysin-Hemmer zusammen. Die klinische Entwicklung von Omapatrilat wurde allerdings wegen einer erhöhten Inzidenz von Angioödemen eingestellt. Grund für diese Nebenwirkung waren anscheinend Interaktionen mit dem Bradykinin-Metabolismus. (ob)

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