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Warnzeichen

Neuer Leitfaden zur Diagnose angeborener Immundefekte

Eine neue Broschüre soll Ärzte dafür sensibilisieren, bei klassischen Infekt-Symptomen, die über die rein infektiologischen Krankheitsbilder hinausgehen, auch an angeborene Immundefekte zu denken. Der Leitfaden listet Warnzeichen auf.

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SCHNAITSEE. Häufige, ungewöhnlich lang anhaltende Infektionen mit schwerem und kompliziertem Verlauf - dahinter kann sich ein angeborener Immundefekt verbergen.

Ärzte sollten hellhörig werden, wenn solche Infekte mit den klassischen Symptomen wie Fieber, Husten, Erbrechen oder Durchfall zu häufig auftreten und eine Therapie mit Antibiotika nur kurze Linderung bringt.

Aufgrund der meist unspezifischen Symptome werden angeborene Immundefekte viel zu selten diagnostiziert. Um das zu ändern, hat die Patientenorganisation für angeborene Immundefekte dsai jetzt zusammen mit dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege im Rahmen der Initiative "Gesund.Leben.Bayern." einen Leitfaden zur Erstdiagnostik von angeborenen Immundefekten herausgebracht, der sich an Fachärzte und Praktische Ärzte wendet.

Mit der Broschüre "Diagnose: angeborener Immundefekt. Ein Leitfaden für Ärzte zur Erstdiagnostik" möchte die dsai Ärzte dafür sensibilisieren, bei klassischen Infekt-Symptomen, die über die rein infektiologischen Krankheitsbilder hinausgehen, auch an angeborene Immundefekte zu denken.

Der Leitfaden listet Warnzeichen auf, die bei Kindern und Erwachsenen auf einen angeborenen Immundefekt hinwiesen können, und gibt dem Arzt zur Entscheidungsfindung die entsprechenden Leitlinien der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) an die Hand.

Auch die wichtigsten Bestandteile einer allgemeinen Erstdiagnostik sind Thema der Informationsbroschüre, teilt die dsai mit.

Von rund 100.000 Betroffenen in Deutschland sind erst 3500 diagnostiziert - eine viel zu geringe Rate, die den bestehenden Aufklärungsbedarf deutlich macht. Die frühe Diagnose und eine angemessene Therapie sind die obersten Ziele in der Aufklärungsarbeit der dsai. Dafür organisiert die Patientenorganisation unter anderem jährlich mehr als zehn Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte.

Neben der Zusammenarbeit mit Immunologen setzt die dsai auf den Dialog mit Krankenkassen und ärztlichen Organisationen. Die dsai wird von der Vorsitzenden Gabriele Gründl geleitet. Die Zentrale befindet sich in Schnaitsee; außerdem wurden Regionalgruppen in Bremen, Düsseldorf, Frankfurt, Leipzig, München und Nürnberg eingerichtet.

Die Broschüre "Diagnose: angeborener Immundefekt. Ein Leitfaden für Ärzte zur Erstdiagnostik" wird ab sofort kostenfrei bei den Ärztefortbildungen der dsai ausliegen. (eb)

Die Broschüre "Diagnose: angeborener Immundefekt. Ein Leitfaden für Ärzte zur Erstdiagnostik" kann auf www.dsai.de heruntergeladen oder telefonisch bestellt werden unter der Rufnummer 08074 8164.

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