Nützt Zusatz zu Taxan Frauen mit Brustkrebs?

BERLIN (awa). Verbessert Gemcitabin die sequentielle adjuvante Taxan-Therapie bei Brustkrebs-Patientinnen? Und: Können Bisphosphonate das Risiko für Knochenmetastasen verringern? Läßt sich das Rezidivrisiko durch Bestimmung zirkulierender Tumorzellen im Blut vorhersagen? Diese Fragen soll jetzt eine große Studie klären.

Veröffentlicht:

Die multizentrische, randomisierte Phase-3-Studie trägt das Akronym SUCCESS. Es steht für: Simultaneous Study of Docetaxel-Gemcitabine Combination adjuvant treatment, as well as Extended Bisphophonate and Surveillance-Trail.

Vorgestellt wurde die Studie, die bereits begonnen hat, beim Deutschen Krebskongreß in Berlin. Insgesamt werden daran 3658 Brustkrebs-Patientinnen teilnehmen, deren Lymphknoten bereits von Krebszellen befallen sind oder die ein hohes Rezidiv-Risiko haben.

Bei Frauen, die adjuvant mit Zytostatika behandelt werden, könne sowohl das rezidivfreie Überleben als auch das Gesamtüberleben besser sein als in der Vergleichsgruppe, sagte Privatdozent Wolfgang Janni vom Universitätsklinikum München.

Da sich Gemcitabin (Gemzar®) bereits als Kombinationspartner in der Chemotherapie bei Frauen mit fortgeschrittenem Mammakarzinom bewährt habe, werde diese Kombination jetzt auch in der adjuvanten Situation geprüft.

Patientinnen erhalten außer Taxan auch Gemcitabin

In der SUCCESS-Studie erhält eine Gruppe der Teilnehmerinnen drei Zyklen einer Chemotherapie mit 5-Fluorouracil, dem Anthrazyklin Epirubicin plus Cyclophosphamid (FEC) und danach drei Zyklen des Taxans Docetaxel. Eine andere Gruppe bekommt als experimentelle Behandlung drei Zyklen FEC gefolgt von Docetaxel plus Gemcitabin. Primärer Endpunkt ist das rezidivfreie Überleben.

Darüber hinaus wird in der SUCCESS-Studie geprüft, inwieweit eine zwei oder fünf Jahre dauernde Therapie mit einem Bisphosphonat Knochenmetastasen oder den Knochenabbau verhindern kann. Das hat Janni auf einer Veranstaltung des Unternehmens Lilly in Berlin berichtet.

Ein solcher prophylaktischer Effekt wäre wichtig, da Tumorzellen Osteoklasten aktivieren, die dann die Knochenmatrix resorbieren. Dies wiederum regt Tumorzellen zur Proliferation an. Außerdem bewirken Chemo- und Hormontherapien selbst eine Osteopenie.

Test auf Krebszellen im Blut soll Hinweis auf Rezidivrisiko geben

Zusätzlich soll nach Angaben von Janni in der SUCCESS-Studie untersucht werden, ob ein Test auf zirkulierende Tumorzellen im peripheren Blut Anhaltspunkte für das Rezidivrisiko geben kann. Das würde dem Nachweis von Tumorzellen im Knochenmark mit einer invasiven Punktion entsprechen.

Bis Mitte März wurden bereits 711 Patientinnen in die Studie aufgenommen. Informationen zur Studienteilnahme gibt es im Internet unter der Adresse http://www.success-studie.de

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Gemeinsamer Bundesausschuss

Zusatznutzen für mehrere Orphan Drugs

Update der Phase-III-Studie INAVO120

Kinasehemmer verlängert Leben bei PIK3CA-Brusttumoren um ein Drittel

Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ein Mann im Krankenhaus beim Essen.

© fresnel6 / stock.adobe.com

Neue S3-Leitlinie

Ernährungs-Screening bei Menschen mit Krebs sollte Routine werden

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe