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Offenbar Durchbruch bei Impfung gegen Malaria

NEU-ISENBURG (eis). Die Chancen sind weiter gut, dass es in drei bis vier Jahren einen Malaria-Impfstoff für Kleinkinder in Entwicklungsländern geben könnte. Zwei Varianten der Vakzine RTS,S haben sich jetzt in Studien als sicher, wirksam und dazu geeignet erwiesen, gleichzeitig mit anderen Vakzinen im Impfkalender appliziert zu werden.

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Eine Impfung gegen Malaria wird in Afrika dringend benötigt. Die meisten Todesfälle durch die Krankheit gibt es bei Kleinkindern.

Eine Impfung gegen Malaria wird in Afrika dringend benötigt. Die meisten Todesfälle durch die Krankheit gibt es bei Kleinkindern.

© Foto: Medicalpicture

Der Impfstoff RTS,S enthält ein Antigen von Sporozoiten. Das sind die Erreger-Stadien, die von der Mücke übertragen werden und in die Leber der Patienten wandern.

GlaxoSmithKline kooperiert mit Impfstoff-Initiative

Die Vakzine wird seit acht Jahren vom Unternehmen GlaxoSmithKline in Kooperation mit der Path Malaria Vaccine Initiative mit Unterstützung der "Bill & Melinda Gates-Stiftung" entwickelt. In Studien vor drei Jahren wurde bereits mit einer Variante der Vakzine bei Kleinkindern ein 30-prozentiger Schutz gegen Malaria-Infektionen und ein 58-prozentiger Schutz gegen schwere Verläufe wie zerebrale Malaria ermittelt.

In den neuen Studien (NEJM 359, 2008, 2521, 2533 und 2599) wurde jetzt untersucht, ob sich die Schutzwirkung durch verschiedene Adjuvantien erhöhen lässt. So wurden in einer doppelblinden Studie in Tansania und Kenia 809 Kinder im Alter von 5 bis 17 Monaten entweder dreimal mit dem Impfstoff (AS01E-Adjuvans) oder einem Tollwut-Impfstoff geimpft. Ergebnis: Binnen sechs Monaten nach der dritten Impfung gab es bei den gegen Malaria geimpften Kindern 38 Malaria-Episoden im Vergleich zu 86 Prozent in der Vergleichsgruppe. Daraus wurde eine Schutzrate von 56 Prozent ermittelt.

Impfstoff beeinträchtigt Routine-Impfungen nicht

In der zweiten doppelblinden Studie wurden 340 Säuglinge in Tansania in der 8., 12. und 16. Lebenswoche gleichzeitig mit den Standardimpfungen zusätzlich gegen Malaria (Adjuvans AS02D) oder Hepatitis B geimpft. Ergebnis: 65 Prozent weniger Erstinfektionen mit Malaria in der Verumgruppe. Die Malaria-Impfung hatte dabei keinen Einfluss auf die Imunogenität der gleichzeitig verabreichten Impfstoffe gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis und Haemophilus influenzae Typ b.

"Das ist der der erste Malaria-Impfstoff, der sowohl im Labor- als auch in klinischen Feldstudien einen deutlichen Schutz gezeigt hat", heißt es in einem Kommentar zu den Studien. Im nächsten Jahr sollen Phase-3-Studien folgen und der Impfstoff könnte 2011 auf den Markt kommen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Hoffnung bei tödlicher Infektion

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