SARS-Impfstoffe

PEI-Präsident: „Frühere Fehler nicht wiederholen!“

In den USA beginnt gerade eine Phase-1-Studie mit einem ersten Impfstoff gegen das neue Coronavirus SARS-CoV-2. 2021 könnten größere Gruppen geimpft werden, berichtet PEI-Präsident Professor Klaus Cichutek im Gespräch mit der „Ärzte Zeitung“.

Von Wolfgang Geissel Veröffentlicht:
Forscher arbeiten unter Hochdruck daran, Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 zu entwickeln.

Forscher arbeiten unter Hochdruck daran, Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 zu entwickeln.

© Nicolas Loran / Getty Images / iStock.com

Langen. Etwa 30 bis 40 Impfstoffkandidaten werden weltweit gegen das neue Coronavirus SARS-CoV-2 erforscht, und erste klinische Tests werden gerade gestartet. Das berichtet der Präsident des zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) in Langen, Professor Klaus Cichutek, im Interview mit der „Ärzte Zeitung“.

Die Entwicklung brauche jedoch Zeit, um sorgfältig die Wirksamkeit und Sicherheit solcher Vakzinen abklären zu können. Als vielversprechendes Antigen für solche Vakzinen wurde das Spike-Protein von der Oberfläche des SARS-CoV-2 ausgemacht. Man hofft, die genetische Information dieses Proteins direkt oder mittels Vektoren in die Zellen der Impflinge einschleusen zu können.

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Unter optimalen Bedingungen können nach Ansicht des Behörden-Chefs im nächsten Jahr große klinische Studien beginnen. Darin ließe sich bereits eine größere Anzahl von Probanden, vielleicht Tausende vielleicht Zehntausende oder mehr in klinische Prüfungen einbinden.

Im Rahmen solcher klinischen Prüfungen könnte Impfstoff an gesunde Erwachsene aber auch in Studienarmen an Personen mit einem Risiko für einen bestimmten Krankheitsverlauf verabreicht werden. Je nach Verlauf der Epidemie könne man dann vielleicht schon einem bestimmtem Teil der Bevölkerung einen gewissen Schutz anbieten.

Impfstoffentwicklung: Deutschland vorne dabei

Deutschland ist bei der Entwicklung von SARS-CoV-2-Impfstoffen vorne dabei, sagte der PEI-Präsident. „Die Firma CureVac aus Tübingen war ja gerade im Gespräch. Es wurde gemutmaßt, dass sich die USA in Person von Donald Trump gewisse Impfstoffmengen des Unternehmens sichern wollen.“

Zudem entwickelt das Biotech-Unternehmen BioNTech aus Deutschland entsprechende RNA-Impfstoffe. Und das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) arbeitet an einem Vektorimpfstoff. Auch hiermit seien in diesem Jahr klinische Studien der Phase I geplant.

„Wir können uns glücklich schätzen, dass in Deutschland drei Impfstoffprojekte auf moderner Basis vorangetrieben werden“, betonte Cichutek. Auch Herstellungsstätten in Deutschland würden gestärkt. Mit der RNA-Technologie ließen sich in relativ kurzer Zeit große Impfstoffmengen produzieren.

Auch wenn Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 für die Pandemie erst spät kommen, würden sie langfristig gebraucht. Experten gehen davon aus, dass sich das Virus nicht ausmerzen lässt und künftig weiter zirkulieren wird.

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