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Palbociclib stärkt Hormontherapie

Frauen mit metastasiertem Brustkrebs, die zusätzlich zu einer endokrinen Therapie den CDK 4/6-Hemmer Palbociclib erhalten, leben deutlich länger progressionsfrei als mit einer endokrinen Monotherapie.

Von Philipp Grätzel von GrätzPhilipp Grätzel von Grätz Veröffentlicht:

BERLIN. Mit der Einführung von Palbociclib ist das neue Therapieprinzip der CDK 4/6-Hemmung für Frauen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem/HER2-negativem metastasiertem Brustkrebs jetzt auch in Deutschland regulär verfügbar. In den USA hat sich das dort beschleunigt zugelassene Präparat rasch durchgesetzt.

Palbociclib (Ibrance®) hemmt die cyclinabhängigen Kinasen (CDK) 4 und 6, die den Zellzyklus bei Brustkrebszellen vorantreiben und so das Krebswachstum fördern. Dies lässt sich bei metastasierten HR-positiven/HER2-negativen Tumoren sowohl in der Erstlinientherapie als auch beim Auftreten einer Hormonresistenz nutzen.

Kombination mit Hormontherapie

In der Erstlinientherapie werde die Effektivität einer Hormontherapie durch die CDK 4/6-Hemmung erhöht, betonte Professor Christoph Thomssen, Direktor der Klinik und Poliklinik für Gynäkologie, Universitätsklinikum Halle (Saale).

Bei einer vom Unternehmen Pfizer unterstützten Veranstaltung berichtete er über die Ergebnisse der Studie PALOMA 2, in der Palbociclib bei nicht vorbehandelten Patientinnen mit Letrozol kombiniert wurde, im Vergleich zu einer alleinigen Letrozol-Therapie. Dabei zeigte sich, dass die Kombination das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) von 14,5 Monate auf 24,8 Monate verlängerte (N Engl J Med 2016; 375: 1925-1936.

Besonders bemerkenswert sei, dass dieser deutliche Unterschied mit einer relativ guten Verträglichkeit einhergehe, so Thomssen. Schwere unerwünschte Ereignisse traten bei Kombinationstherapie bei 19,6 Prozent der Patientinnen auf, bei Letrozol-Monotherapie waren 12,6 Prozent der Patientinnen davon betroffen. Therapieabbrüche waren mit 9,7 Prozent versus 5,9 Prozent nur geringfügig häufiger.

Die Effektivität bei vorbehandelten, hormonresistenten Patientinnen stellte Palbociclib in der PALOMA- 3-Studie in Kombination mit Fulvestrant unter Beweis (Lancet Oncology 17,4: 425–439).

In dieser Untersuchung war das PFS bei Patientinnen mit Kombinationstherapie mit 9,6 Monaten mehr als doppelt so lang wie bei Patientinnen mit einer Fulvestrant-Monotherapie (4,6 Monate).

Schmerzfreie Zeit verlängert

"Für mich gehört die endokrine Monotherapie der Vergangenheit an", sagte Professor Diana Lüftner, Oberärztin an der Medizinischen Klinik der Charité Berlin, Campus Benjamin Franklin. Dies gelte umso mehr, als sich auch bei der Analyse der vom Patienten berichteten Endpunkte ein Vorteil der Kombinationstherapie herausschäle. So sei die schmerzfreie Zeit beispielsweise deutlich länger. Daten zum Effekt von Palbociclib auf das Gesamtüberleben liegen bisher nicht vor.

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