Parathormon-Fragment erhöht Dichte und Festigkeit des Knochens

BERLIN (gvg). Eine Behandlung mit dem Parathormon-Fragment Teriparatid erhöht das Volumen der Knochentrabekel in Wirbelkörpern stärker als die Knochendichte. Dies deutet auf einen zusätzlichen Gewinn an Knochenfestigkeit.

Veröffentlicht:

Detaillierte Untersuchungen der Trabekelstruktur der Knochen bei Patienten mit Osteoporose gelingen mit hochauflösender Computertomographie (HRCT). Auf dem Kongreß für Orthopädie und Unfallchirurgie in Berlin wurden jetzt neue Ergebnisse der EUROFORS-Studie vorgestellt, in der diese Methode zur Bestimmung der Therapie-Effekte mit Teriparatid (Forsteo®) angewendet wurde. EUROFORS steht für European Forsteo Sequential Trial.

Knochendichte nahm mit Teriparatid um 20 Prozent zu

868 Frauen in der Postmenopause mit Osteoporose erhielten bis zu zwei Jahre lang das Parathormon-Fragment. Etwa zehn Prozent der Patientinnen wurden in Zentren behandelt, die mit HRCT-Geräten ausgerüstet waren. Nach 24monatiger Therapie mit Teriparatid sei bei diesen Frauen die mit der DXA-Methode erfaßte Knochenmineraldichte deutlich gestiegen, sagte Professor Claus Glüer von der Universitätsklinik Kiel.

Und: Die für die Prävention von Frakturen entscheidenden Faktoren Knochensteifigkeit und -festigkeit besserten sich um je ein Drittel. Diese Knocheneigenschaften lassen sich durch Simulationsrechnungen aus dem HRCT-gemessenen Trabekelvolumen bestimmen.

65 Prozent weniger Frakturen der Wirbelkörper

"Wir konnten eine über die bessere Knochendichte hinausgehende Verbesserung der Knochenfestigkeit zeigen. Das sollte sich auch in einer überproportionalen Senkung des Frakturrisikos zeigen", so Glüer bei der von Lilly unterstützten Veranstaltung.

Er betonte, daß dieser Effekt schon nach sechs Monaten nachweisbar sei und sich im Verlauf der zweijährigen Beobachtung intensiviere. So betrug in der Zulassungsstudie die Rate neuer Wirbelfrakturen bei mit Teriparatid behandelten Frauen sechs Prozent. Sie war damit um 65 Prozent geringer als in der Placebo-Gruppe (14 Prozent).

Jetzt abonnieren
Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

US-Studie

Osteoporose-Indizes bei jüngeren Frauen wohl wenig sinnvoll

Datenbankstudie aus USA

Bisphosphonate: Erhöhen sie das Glaukomrisiko?

Bei älteren Frauen mit metabolischem Syndrom

Knochendichteverlust verringern mit mediterraner Ernährung und Sport

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

EvidenzUpdate-Podcast

Methodische Frühlingsgefühle – oder warum Leitlinien ein bisschen Liebe brauchen

Porträt

Ein Zahnarzt und Ballermann-Sänger: Tobias Riether

Lesetipps
Ältere Diabetikerin, die ihren Blutzuckerspiegel zu Hause mit einem kontinuierlichen Glukosemessgerät kontrolliert.

© Halfpoint / stock.adobe.com

Deprescribing bei Typ-2-Diabetes

Diabetes bei Älteren: Chancen und Risiken einer Polypharmazie

Angesichts der weltweit alternden Bevölkerung ist mit einem weiteren Anstieg der Alzheimer-Inzidenz zu rechnen (derzeit werden jährlich rund 7,7 Millionen neue Fälle weltweit diagnostiziert). Antivirale Maßnahmen gegen das Herpes-Virus könnten präventiv wirken.

© KI-generiert Галя Дорожинська - stock.adobe.com

Auch andere neurotrope Viren impliziert

Alzheimer-Risiko durch Herpes: Neue Evidenz aus Real-World Daten

Die Ärzte Zeitung hat jetzt auch einen WhatsApp-Kanal.

© prima91 / stock.adobe.com

News per Messenger

Neu: WhatsApp-Kanal der Ärzte Zeitung