Direkt zum Inhaltsbereich

Phytomedizin gegen Magen-Darm-Beschwerden

MÜNCHEN (wst). Ein standardisiertes pflanzliches Vielstoffgemisch wird schon seit Jahrzehnten erfolgreich bei funktionellen Magen-Darm-Erkrankungen eingesetzt. Inzwischen gibt es viele Daten aus experimentellen Studien, die die Wirkung erklären. Und auch in klinischen Studien hat das Phytopharmakon inzwischen überzeugt.

Veröffentlicht:
Tut es im Bauch weh, kann auch eine Phytotherapie dem Patienten helfen.

Tut es im Bauch weh, kann auch eine Phytotherapie dem Patienten helfen.

© Foto: Lorelyn Medinawww.fotolia.com

In der heterogenen Ätiologie funktioneller Magen-Darm-Erkrankungen werden heute zwei oft interagierende Ursachen als führend betrachtet: Motilitätsstörungen in Magen und Darm sowie eine gastrointestinale Hypersensibilität. Darauf wies Professor Hans-Dieter Allescher vom Zentrum für Innere Medizin des Klinikums Garmisch-Partenkirchen hin.

In-vitro-Analysen und experimentelle Studien auch mit Menschen haben belegt: Ein standardisiertes pflanzliches Vielstoffgemisch aus Iberis-amara-Extrakt und Auszügen aus acht weiteren Heilpflanzen (Iberogast®), wirke zusätzlich zu entblähenden und antientzündlichen Effekten besonders auch auf Motilitätsstörungen und Hypersensibilität im Magen. So wurde mit der Zubereitung am Meerschweinchenmagen-Modell in Fundus und Korpus eine Tonusabnahme und im Antrum eine phasische Tonusaktivierung erreicht.

Diese Daten korrespondieren mit Placebo-kontrollierten barostatischen Messungen bei Menschen, so Allescher bei einer Veranstaltung des Komitees Forschung Naturmedizin in München. Die in der Verumgruppe erzielte Steigerung der phasischen Aktivität im Antrum gelte als Hinweis, dass das Mittel eine verzögerte Magenentleerung normalisiere.

Ebenso konnte im Tierversuch im Sinne einer reduzierten gastrointestinalen Hypersensibilität gezeigt werden: Das Phytopharmakon hemmt afferente Nervensignale auf mechanische (Dehnung) und chemische (Serotonin, Bradykinin) Reizungen der Dünndarmschleimhaut.

Unter den klinischen Studien hob Allescher eine randomisierte, Placebo-kontrollierte Doppelblindstudie mit 315 Patienten mit ausgeprägten dyspeptischen Symptomen, aber unauffälligem Endoskopiebefund von Speiseröhre, Magen und Duodenum hervor (Am J Gastroenterol 102, 2007, 1268). Im Verlauf der achtwöchigen Therapie führten täglich dreimal 20 Tropfen des Verums im Vergleich zu Placebo zu einem signifikant niedrigeren, zehn dyspeptische Symptome erfassenden gastrointestinalen Summenscore (GIS).

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Dissens in Bezug auf Wirksamkeit

Wem oder wogegen helfen Probiotika?

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Dissens in Bezug auf Wirksamkeit

Wem oder wogegen helfen Probiotika?

Lesetipps
Ältere Frau versucht, sich mit einem Fan abzukühlen.

© solidcolours/Getty Images/iStock

Tipps

Sommerhitze: Das ist wichtig bei älteren Patienten

Eine Hand hält ein

© Sergey Nivens / stock.adobe.com

Jetzt abonnieren

Unsere Newsletter in der Übersicht