Raloxifen lohnt auch als Zweittherapie

Veröffentlicht:

BERLIN (ner). Mit dem selektiven Östrogenrezeptor-Modulator Raloxifen kann bei Frauen in der Postmenopause mit Osteoporose nach Beendigung einer Teriparatid-Behandlung der Verlust an Knochenmasse verlangsamt werden. Dies ist notwendig, weil das Parathormon-fragment Teriparatid nur zeitlich begrenzt angewendet werden darf.

Tannenbaumphänomen bei einer Osteoporose-Patientin infolge von Wirbelkörperfrakturen.

Tannenbaumphänomen bei einer Osteoporose-Patientin infolge von Wirbelkörperfrakturen.

© Foto: Pollähne

Mit dem subkutan zu injizierenden Teriparatid könne man bei Osteoporose-Patienten mit hohem Frakturrisiko innerhalb kurzer Zeit die Knochenmasse vermehren, sagte Professor Dieter Felsenberg aus Berlin beim Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie. Allerdings ist das Medikament nur für eine Therapiedauer von insgesamt 18 Monaten zugelassen, erinnerte der Osteoporose-Spezialist.

Knochendichte nimmt nach Teriparatid-Therapie ab

Nach Absetzen von Teriparatid sinken die Knochenmineraldichte-Werte schnell wieder. Setzt man die Therapie nach zwölfmonatiger Teriparatid-Behandlung mit 60 mg Raloxifen (Evista®) täglich fort, fallen die Knochendichtewerte an der Lendenwirbelsäule (LWS) nach einem Jahr um lediglich einen Prozentpunkt ab. Das hat Felsenberg bei einem vom Unternehmen Daiichi-Sankyo unterstützten Symposium in Berlin berichtet. Mit Placebo nehme die Knochenmineraldichte hingegen um vier Prozentpunkte ab.

Studie mit Frauen in der Postmenopause

Der Osteologe zitierte die Ergebnisse einer aktuellen Dreijahres-Studie mit 380 Frauen in der Postmenopause zwischen 50 und 80 Jahren. Wegen ihrer Osteoporose hatten sie im ersten Studienjahr 20 Mikrogramm Teriparatid täglich subkutan erhalten. Dadurch stieg ihr Knochendichte-Wert an der LWS um acht bis neun Prozentpunkte.

Nach einem Jahr wurden die Studienteilnehmerinnen randomisiert auf den selektiven Östrogenrezeptor-Modulator Raloxifen in einer Tagesdosis von 60 mg oder Placebo eingestellt. Nach weiteren zwölf Monaten erhielten alle Frauen Raloxifen. In der Verumgruppe wurde der Knochenmasseverlust an der LWS im Gegensatz zur Placebo-Gruppe gebremst, und am Schenkelhals registrierten Felsenberg und seine Kollegen sogar eine signifikante Zunahme der Knochendichte um 2,3 Prozentpunkte. In er der Placebo-Gruppe waren es dagegen lediglich 0,2 Prozentpunkte.

Im dritten Behandlungsjahr, als alle Frauen den Östrogenrezeptor-Modulator erhielten, glichen sich die Knochendichtewerte in den einzelnen Behandlungsgruppen wieder an.

Felsenbergs Fazit: Raloxifen direkt im Anschluss an einer Teriparatid-Therapie, aber auch noch ein Jahr nach Ende dieser Osteoporose-Behandlung, verringert den Verlust an Knochenmasse im Zeitverlauf.

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Finanzierung der Telematikinfrastruktur

Streit um TI-Pauschale: KBV zieht Eilantrag zurück

Lesetipps
Mehrkosten für die Entbudgetierung der hausärztlichen Versorgung seien Investition in den Erhalt der Praxen, betont Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. 

© Michael Kappeler / dpa

Kabinett winkt GVSG durch

Lauterbach macht Hausarztpraxen Mut: „Jede Leistung wird bezahlt“

Brücke zwischen zwei Steilklippen. Auf der Brücke stehen zwei Menschen.

© Usman / stock.adobe.com

Aktuelle Forschung

Antikörper – die Verkuppler der Krebsmedizin

Heiße Nächte können nicht nur nervig sein. Sie gehen auch mit einem höheren Risiko für Schlaganfälle einher, so das Ergebnis einer Studie aus München und Augsburg.

© samuel / stock.adobe.com

Studie mit Daten zu 11.000 Schlaganfällen

Tropische Nächte sind offenbar ein Risikofaktor für Schlaganfälle