Diabetes-Risiko

Rauchstopp lohnt sich – trotz zusätzlicher Kilos

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WIESBADEN. Wer über einen Rauchstopp nachdenkt, sollte sich von einer möglichen Gewichtszunahme nicht abhalten lassen. Denn obwohl Übergewicht mit Risiken verbunden ist, überwiegt der gesundheitliche Nutzen durch einen Nikotinverzicht noch immer deutlich. Das ist das Ergebnis einer US-Studie mit über 160.000 Teilnehmern, die bis zu 30 Jahre nachbeobachtet wurden (N Engl J Med 2018; 379:623-632).

Zwar stieg das Risiko, Typ-2-Diabetes zu entwickeln in den ersten fünf bis sieben Jahren nach dem Rauchstopp zunächst an, heißt es in einer Mitteilung der DGIM. Es fiel danach jedoch wieder ab. „Das Diabetes-Risiko stieg dabei umso stärker, je mehr Gewicht die Teilnehmer zulegten“, wird Professor Claus Vogelmeier, Vorsitzender der DGIM, in der Mitteilung der Gesellschaft zitiert.

So waren Menschen, die weniger als fünf Kilo zunahmen, von dem Anstieg nahezu ausgenommen. Wer allerdings mehr als zehn Kilo zunahm, hatte ein im Vergleich zu fortgesetzten Rauchern um 60 Prozent erhöhtes Diabetes-Risiko. Das wichtigste Ziel des Rauchverzichts blieb davon unberührt: Unabhängig von der Gewichtszunahme lag das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, bei allen Ex-Rauchern deutlich niedriger als bei Teilnehmern, die weiter rauchten.

Auch das allgemeine Sterberisiko wurde durch den Rauchverzicht deutlich gesenkt. „Dieser Effekt stellt sich sehr rasch nach dem Rauchstopp ein und wird in den ersten zehn bis fünfzehn Jahren immer größer“, so Vogelmeier.

Wie die US-Forscher betonen, lässt sich das deutliche Absinken des Mortalitätsrisikos für alle Gewichtsgruppen beobachten. Lediglich bei einer sehr kleinen Zahl von Teilnehmern, die sechs Jahre nach dem Rauchstopp eine sehr starke Gewichtszunahme von mehr als 18 Kilogramm zu verzeichnen hatten, näherte sich das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, allmählich wieder dem von Immer-Noch-Rauchern an, heißt es in der DGIM-Mitteilung.

„Als Fazit bleibt festzuhalten: Ein Rauchstopp lohnt sich immer“, fügt DGIM-Generalsekretär Professor Ulrich R. Fölsch hinzu. (eb/grz)

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