Resistenzen bei HIV häufiger als bisher vermutet

BELFAST (awa). Mit empfindlichen HIV-Resistenz-Tests lässt sich feststellen, dass mehr Patienten resistente HI-Viren haben als bislang vermutet.

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Schon HIV-Infizierte, die bisher noch nicht antiretroviral behandelt worden sind, können bekanntlich mit Viren infiziert sein, die gegen HIV-Medikamente resistent sind - ein Grund, weswegen ein Resistenztest vor Beginn der initialen antiretroviralen Therapie gemacht wird.

Heutige Standard-Resistenztests können jedoch nur Resistenzmutationen erfassen, wenn mindestens 10 bis 20 Prozent der Viren resistent sind. Empfindlichere Tests zeigen dagegen auch Resistenzmutationen an, wenn nur 0,1 Prozent der Viren resistent sind. Das hat Dr. Jeffrey Johnson aus Atlanta bei der Frühjahrstagung der British HIV Association in Belfast berichtet.

Johnson hat Blutproben von 205 HIV-Infizierten in den USA mit einem hochempfindlichen genotypischen Resistenztest untersucht. Ein vorangegangener Routine-Resistenztest hatte nur Wildtyp-Viren ohne Resistenz-Mutationen ergeben. Der hochempfindliche Test erfasste für 34 der 205 Patienten (17 Prozent) Resistenzmutationen.

Nach Angaben von Johnson ist dieses Ergebnis von erheblicher klinischer Relevanz: Denn diese medikamentenresistenten HI-Viren könnten die Ursache dafür sein, dass man sich bei manchen Patienten das Versagen der antiretroviralen Therapie nicht erklären kann.

Der Nachteil der hochempfindlichen Tests: Sie hätten eine geringere Spezifität, denn sie erfassten auch provirale DNA, also virale Erbsubstanz von HI-Viren, die sich aktuell nicht vermehren, so Johnson. Für die Routine-Anwendung im Labor seien diese Tests deshalb und wegen des hohen Risikos der Kontamination und der daraus resultierenden falsch-positiven Resultate bisher nicht geeignet oder nur mit strengen Qualitätsrichtlinien anwendbar.

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