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Rituximab ist bei Rheuma langfristig wirksam

KÖLN (sir). Bei Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) ist der monoklonale Antikörper Rituximab auch nach mehreren Therapiezyklen noch gut wirksam. Und die Behandlung wird langfristig gut vertragen. Das belegen neue Studienergebnisse.

Veröffentlicht:

"Bei einer zweiten, dritten oder gar vierten Therapie mit Rituximab schwächt sich die klinische Wirksamkeit im Vergleich zum ersten Behandlungszyklus offenbar nicht ab, sondern verstärkt sich tendenziell sogar noch", berichtete Professor Gerd-Rüdiger Burmester.

"Dies gilt zumindest für Patienten, die im ersten Zyklus gut auf die Therapie angesprochen hatten". Der Rheumatologe von der Charité Berlin hat bei einer Veranstaltung von Roche in Köln aktuelle Langzeitergebnisse präsentiert, die erstmals beim Europäischen Rheumatologen-Kongreß (EULAR) in Barcelona vorgestellt worden sind.

Ansprechen bei 20-prozentiger Verminderung der Symptome

In der REFLEX*-Studie hatten über 500 erfolglos mit TNF-Hemmern behandelte Patienten Rituximab (MabThera®, zwei Infusionen im Abstand von zwei Wochen) plus Methotrexat oder Placebo plus Methotrexat erhalten. Wurde nach 24 Wochen eine mindestens 20-prozentige Verminderung der Symptome im ACR-Score erreicht, galt dies als Ansprechen. Der Score berücksichtigt unter anderen die Zahl der schmerzhaften und geschwollenen Gelenke und die Funktionseinschränkung. Die Patienten konnten bei erneuter Verschlechterung der Symptome weitere Therapiezyklen mit Rituximab erhalten.

Die aktuelle Analyse der Daten hat ergeben, dass dabei der Anteil der Patienten, denen die Therapie Nutzen bringt, tendenziell steigt. So war nach dem ersten Therapiezyklus bei 69 Prozent der Patienten eine 20-prozentige Minderung der Symptome (ACR-20-Antwort) festzustellen, nach dem dritten Therapiezyklus war das bei 77 Prozent der Fall. Eine 70-prozentige Symptomminderung - das entspricht weitgehend einer klinischen Remission - wurde bei 11 Prozent der Patienten nach dem ersten und bei 25 Prozent nach dem dritten Therapiezyklus dokumentiert.

Bei den unerwünschten Arzneimitteleffekten gab es keine Veränderungen zwischen Erst- und Folgetherapie. Burmester wies darauf hin, dass die Zahl der schweren Infektionen auch nach bis zu vier Behandlungszyklen auf niedrigem Niveau konstant geblieben war und bei etwa fünf bis sechs schweren Infektionen pro 100 Patientenjahre liegt. "Das hatte ich nicht erwartet - immerhin haben wir ja bei diesen Patienten viermal fast sämtliche B-Lymphozyten zerstört." Dass trotz Rituximab-Therapie die Infektabwehr weiter funktioniert, führt er darauf zurück, dass der Wirkstoff ganz gezielt die B-Zellen depletiert, aber sowohl die unreifen Vorstufen als auch die ausgereiften, Antikörper sezernierenden Plasmazellen nicht beeinträchtigt.

Rituximab, ein gentechnisch hergestellter chimärer monoklonaler Antikörper, greift die B-Zellen gezielt am Phosphoprotein CD 20 der Zelloberfläche an. Dies führt unter anderem durch komplementvermittelte Prozesse zur Apoptose dieser Zellen.

*REFLEX bedeutet: Randomized Evaluation oF Long-term Efficacy of RituXimab in RA

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