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Kontaktsportarten

Schon leichte Stöße schaden dem Hirn

Neue Studien bestätigen, dass Sportarten, wie Foot- oder Fußball, Gehirnschäden hervorrufen können.

Veröffentlicht:

WASHINGTON. Ob Kopfball oder Zusammenstoß mit einem anderen Spieler: Mehrere neue Studien bestätigen, dass Kontaktsportarten schädliche Auswirkungen auf das Gehirn haben können.

So hat etwa eine Studie der McMaster University in Ontario ergeben, die kürzlich auf dem Jahrestreffen der Gesellschaft für Neurowissenschaften in Washington vorgestellt wurde, dass nicht nur Gehirnerschütterungen, sondern schon leichtere Stöße gegen den Kopf die Gedächtnisleistung zeitweise messbar verschlechtern.

Dazu ließ Forscherin Melissa McCradden Football-, Fußball- und Rugby-Spieler drei Erinnerungstests am Computer machen. Ergebnis: Während der Saison konnten sich sämtliche Spieler schlechter erinnern als vor der Saison oder in der Erholungsphase danach. Die Ergebnisse stünden jeweils im Zusammenhang mit der aktuellen Fähigkeit des Gehirns, neue Neuronen zu bilden, folgert McCradden.

Kritische Nachrichten gab es zudem für den Mädchen- und Frauenfußball: Spielerinnen tragen demnach nach Kopfbällen offenbar mehr neuronale Schäden davon als Männer. Forscher des Albert Einstein College of Medicine, Bronx, untersuchten dazu mit einem bildgebenden Verfahren die Gehirne von je 49 Spielerinnen und Spielern.

Ergebnis: Mehr Kopfbälle verschlechterten bei beiden Geschlechtern die Leitfähigkeit von Axonen – bei den Männern aber nur in drei Hirnregionen, bei den Frauen in acht und zumeist auch anhaltender. Die Gründe dafür sind noch unklar.

Verbände reagieren bereits – unterschiedlich konsequent allerdings: In den USA schreibt die US Soccer Federation seit 2015 vor, dass Kinder unter 10 Jahren überhaupt keine Kopfbälle machen dürfen. Zwischen 11 und 13 Jahren ist das im Spiel erlaubt, aber im Training verboten.

Der Deutsche Fußballbund macht bisher keine Vorgaben – rät aber, erst mit 13 oder 14 Jahren mit dem Kopfballtraining anzufangen, wenn die Nacken- und Kopfmuskulatur kräftiger ist. (dpa)

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