Schweinegrippe

Schweinegrippe: Klinik testete Patientin trotz Hinweisen nicht

HANNOVER (cben). Fehldiagnose im Hannoveraner Agnes-Karl-Krankenhaus. Trotz des hausärztlichen Vermerkes "Verdacht auf H1N1" wurde eine Patientin in der Klinik nicht entsprechend untersucht und stattdessen nach Hause geschickt.

Veröffentlicht:

"Das ist eigentlich nicht nachvollziehbar", sagte Hausarzt Martin Biskowitz zur "Ärzte Zeitung", "es war augenscheinlich, dass es sich bei meiner Patientin um mehr als um einen harmlosen Infekt handelte". Die Frau war kürzlich von ihrer Hochzeitsreise aus den USA zurückgekehrt. "Das war natürlich der wesentliche Hinweis", so Biskowitz. Da der Hausarzt weder Abstrichstäbchen noch Transportröhrchen in der Praxis hatte, schickte er die Frau mit dem schriftlichen Hinweis auf H1N1 in die Klinikambulanz des zum Klinikum Hannover gehörenden Krankenhauses.

Dort wurde aber nur ihr Blut untersucht und die Patientin ohne Befund nach Hause geschickt. "Der Kollege in der Ambulanz hat die Lage einfach anders eingeschätzt", so Klinikum-Sprecher Bernhard Koch.

Die Hinweise der Klinik, Biskowitz möge doch die Patientin einbestellen und einen Abstrich machen, lehnte der Hausarzt ab. "Wenn eine Patientin mit Verdacht auf H1N1 morgens mit 40 anderen vor der Tür steht, ist die Infektionsgefahr zu groß. Patienten mit Verdacht auf H1N1 schicke ich in die Klinik zur Untersuchung."

Schließlich testete am vergangenen Montag das Landesgesundheitsamt in Hannover Biskowitz´ Patientin positiv auf H1N1.Im Klinikum Hannover will man nun "weitere Informationsveranstaltungen anbieten", so Koch, "und zwar für jeden Angestellten bis zu den Reinigungskräften".

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Mexikanische Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Jetzt einüben: richtig niesen

Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Dr. Claudia Vollbracht

© [M] Privat; Christoph Burgstedt / Getty Images / iStock

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Appell zur adjuvanten Vitamin-C-Therapie bei Krebs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pascoe Naturmedizin
Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

© designer491 / Getty Images / iStockphoto

Long-COVID

Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Nach ersten Kassen-Daten zu den Langzeitfolgen einer Corona-Erkrankung waren COVID-19-Patienten, die im Krankenhaus beatmet werden mussten, anschließend durchschnittlich 190 Tage lang krankgeschrieben.

© © nmann77 / Fotolia

Neue Studie der Techniker

Erst Corona, dann Long-COVID, anschließend lange AU

Bei der Gesetzesvorlage zu den Gesundheitskiosken müsse Gesundheitsminister Lauterbach in die Puschen kommen, fordern Oppositionspolitiker. Im Bild ein Aufsteller im Gesundheitskiosk Hamburg-Billstedt.

© Daniel Reinhardt / dpa / picture alliance

Niedrigschwelliger Zugang zur Versorgung

Ampel kündigt baldigen Gesetzesvorschlag zu Gesundheitskiosken an