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Früherkennung

Single-Männer bei Melanomen im Nachteil

Bei Menschen mit einem Partner werden Melanome auf der Haut deutlich früher entdeckt als bei Singles. Das gilt vor allem für Männer. Für eine verbesserte Früherkennung müssen Alleinstehende daher verstärkt in Präventionsprogrammen berücksichtigt werden.

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Hautkrebs-Screening: Alleinstehende Männer suchen nur selten ihre Haut nach Veränderungen ab.

Hautkrebs-Screening: Alleinstehende Männer suchen nur selten ihre Haut nach Veränderungen ab.

© Alexander Raths / fotolia.com

STOCKHOLM. Ärzte um die Onkologin Dr. Hanna Eriksson vom Karolinska University Hospital Solna in Stockholm haben beim Melanom den Zusammenhang zwischen Lebensgemeinschaft, Erkrankungsstadium zum Zeitpunkt der Diagnose und dem krebsspezifischen Überleben untersucht (JCO 2014; online 31. März).

Sie haben dazu prospektiv gewonnene Daten des schwedischen Melanomregisters analysiert. In dem Register finden sich Informationen zu 97 Prozent aller Hautmelanome, die zwischen 1990 und 2007 in Schweden diagnostiziert worden waren. Außerdem wurden Daten von weiteren Registern, etwa des schwedischen Krebs- sowie Sterberegisters berücksichtigt.

So standen Informationen von mehr als 27.000 Patienten für die Studie zur Verfügung. Mehr als 9000 Männer lebten mit einer Partnerin zusammen, knapp 4000 waren alleinstehend. Bei den Frauen lebten mehr als 7500 in einer Partnerschaft, mehr als 6000 waren Singles.

Bei Männern, die allein lebten, war demnach die Wahrscheinlichkeit, ein Melanom erst im Stadium II statt bereits im Stadium I zu entdecken, um 42 Prozent höher als bei Männern, die mit einer Partnerin zusammenlebten (Odds Ratio: 1,42).

Ähnlich groß war die Wahrscheinlichkeit, den Krebs erst in noch späteren Stadien statt im Stadium I zu entdecken (OR: 1,43). Dabei hatten die Wissenschaftler bei der Berechnung das Alter der Studienteilnehmer, den Bildungsgrad, das Wohnumfeld, den Zeitpunkt der Diagnose und die Tumorlokalisation berücksichtigt. Bei allein lebenden Frauen war das Risiko, das Melanom erst im Stadium II zu diagnostizieren, nicht so stark erhöht (OR: 1,15).

Das erst späte Entdecken des Hautkrebses bei allein lebenden Männern wirkt sich offenbar auch auf die krebsspezifische Sterberate aus. Denn nach Berücksichtigung einiger Faktoren, die das Ergebnis verzerren könnten, wie das Alter und der Bildungsgrad, lag die Hazard Ratio (HR) bei 1,48. Das entspricht einer Erhöhung des Sterberisikos in dem berücksichtigten Zeitraum von fast 20 Jahren um knapp 50 Prozent.

Um den statistischen Zusammenhang bei alleinstehenden Männern weiter abzusichern, berücksichtigten die Wissenschaftler bei der Regressionsanalyse weitere Parameter, nämlich das Tumorstadium, die Tumordicke und das Ausmaß der Tumorzellinvasion.

Selbst dann war das krebsbedingte Sterberisiko noch immer signifikant erhöht (HR: 1,31). Bei alleinstehenden Frauen ließ sich unter diesen Bedingungen kein erhöhtes Sterberisiko feststellen.

Eine Erklärung ist, dass Frauen eher ihre Haut auf Veränderungen absuchen. Zudem ist die Chance groß, dass Partnerinnen Hautveränderungen bei ihren Männern entdecken und sie zum Hautarzt schicken. (ple)

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