Kommentar zur plastischen Chirurgie

Sinnvoller Arztvorbehalt bei Hyaluron-Filler

Ästhetisch-plastische Chirurgen fordern den Arztvorbehalt bei Hyluronsäure-Injektionen. Vorbild könnte die Tattoo-Entfernung sein.

Von Matthias WallenfelsMatthias Wallenfels Veröffentlicht:

Soziale Medien entwickeln sich für viele vor allem jüngere Nutzer offenbar zur unbeherrschbaren Psycho-Keule. Auf bestimmten Kanälen werden nach Wahrnehmung der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) immer mehr unreflektierte, mittels Bildverarbeitungssoftware ad absurdum geführte Schönheitsideale platziert, die ein Schönheitschirurg mit seinem Instrumentarium nicht replizieren kann.

Die negative Folge dieses Trends: Immer mehr User greifen zur legal und niedrigschwellig erwerbbaren Hyaluronsäure-Selbstinjektionslösung – wahrscheinlich, ohne dabei die Risiken, wie eine Erblindung, zu kennen. Die DGÄPC forderte deshalb am Freitag im Rahmen ihrer Jahrestagung in Bielefeld den ärztlichen Vorbehalt für solche Faltenunterspritzungen sowie eine Rezeptpflicht für Hyaluronsäure-Präparate. Ihr Leitmotiv? Patientensicherheit!

Lesen sie auch

Dass der Gesetzgeber durchaus auf ärztliche Bedenken hört, mussten Kosmetikerinnen zum letzten Jahreswechsel schmerzvoll erfahren. Denn seit diesem Jahr gilt der in der Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nicht ionisierender Strahlung bei der Anwendung an Menschen (NiSV) verankerte Arztvorbehalt. Damit sind Betreiber entsprechender Studios bei der Entfernung von Tätowierungen und Permanent-Makeup außen vor.

Dafür hatten der Berufsverband der Deutschen Dermatologen, die Deutsche Dermatologische Gesellschaft und die Deutsche Dermatologische Lasergesellschaft lange gekämpft. Unabhängig davon, was man von den Behandlungswünschen der Betroffenen hält, sollte hier die fachärztliche Solidarität auch anderer Verbände und Gesellschaften im Sinne der Patientensicherheit ein Gebot der Stunde sein.

Schreiben Sie dem Autor: matthias.wallenfels@springer.com

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

© designer491 / Getty Images / iStockphoto

Long-COVID

Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Long-COVID-Syndrom: Warum Frauen häufiger betroffen sind

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Infusionen bei Long-COVID

Long-COVID-Syndrom: Warum Frauen häufiger betroffen sind

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Laser- und Strahlentherapie: Mit Dexpanthenol nachbehandeln

© Bayer Vital GmbH

DDG-Tagung 2021

Laser- und Strahlentherapie: Mit Dexpanthenol nachbehandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Dexpanthenol kompensiert den MMP3-Knockdown-Effekt

© Dr. Sebastian Huth / privat

ADF-Jahrestagung

Dexpanthenol kompensiert den MMP3-Knockdown-Effekt

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bessere Wundheilung unter Dexpanthenol-haltigen Topika

© Mark Kostich / iStockphoto

Radiodermatitis

Bessere Wundheilung unter Dexpanthenol-haltigen Topika

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Corona-Impfung in einer kommunal organisierten Impfstelle im thüringischen Jena. Die Ärztekammer in Thüringen dringt auf eine generelle Impfpflicht, auch die BÄK hält dies angesichts der aktuellen Lage für geboten.

© Martin Schutt / dpa

BÄK-Brief an Merkel und Scholz

Ärzte drängen auf allgemeine Corona-Impfpflicht

Auch in Deutschland sollen bald Corona-Impfungen der 5- bis 11-Jährigen möglich sein.

© SvenSimon / Frank Hoermann / picture alliance

Corona-Impfungen bei Unter-12-Jährigen

BVKJ-Chef Fischbach: „Kinder sollen jetzt den Blutzoll zahlen“

Mittlerweile bekannt: Die rote Schleife steht für Solidarität mit HIV-Patienten und soll Aufmerksamkeit für die Infektion schaffen.

© Betelgejze / stock.adobe.com

HIV/Aids

„Trauen wir uns ruhig, über Sex zu reden!“