Asthma/COPD

Spirometrie hilft bei Frühdiagnose des Lungenemphysems

NÜRNBERG (sto). Die chronisch-obstruktive Bronchitis ist in Deutschland bei Erwachsenen mit einem Anteil von zehn bis 15 Prozent doppelt so häufig wie Asthma. Ein zunehmend größerer Anteil der Patienten entwickelt im Laufe der Zeit eine schwere chronisch-obstruktive Bronchitis mit Lungenemphysem.

Veröffentlicht: 03.04.2006, 08:00 Uhr

Das hat Professor Michael Pfeifer aus Donaustauf beim Pneumologen-Kongreß in Nürnberg berichtet. In Deutschland leiden etwa 400 000 Menschen an einem Lungenemphysem, und ungefähr 25 000 sterben jedes Jahr daran.

Um Patienten, die zuerst eine chronisch-obstruktive Bronchitis und dann ein Lungenemphysem entwickeln, möglichst früh zu erfassen, sollte regelmäßig eine Lungenfunktionsdiagnostik gemacht werden, empfahl Pfeifer. Die Einführung des DMP COPD (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung) und Asthma werde die Situation verbessern, weil Patienten dann schneller zum Facharzt kommen.

Für die Spirometrie gelte als Faustregel: Bei einem gesunden Erwachsenen verringert sich das FEV1 (Einsekundenkapazität, forciertes exspiratorisches Volumen) pro Jahr um etwa 20 ml, bei Patienten, die eine COPD mit Lungenemphysem entwickeln, um 100 bis 150 ml.

Da der wesentlichste Risikofaktor für die Entwicklung einer COPD das Rauchen ist, sollte den Patienten möglichst frühzeitig eine Entwöhnungsbehandlung angeboten werden. Denn mindestens 20 Prozent der Raucher entwickeln eine COPD. Und die Exposition gegenüber Tabakrauch gelte als ursächlich für über 80 Prozent der COPD-Erkrankungsfälle, so Pfeifer.

Die direkten und indirekten Behandlungskosten für Patienten mit Lungenemphysem werden auf mindestens vier Milliarden Euro jährlich geschätzt.

Damit sei die COPD inzwischen eine der wichtigsten Volkskrankheiten in Deutschland, sagte Pfeifer. Weltweit ist die COPD nach Angaben des Pneumologen aus Donaustauf die Krankheit mit der höchsten Steigerungsrate. Nach Prognosen der Weltgesundheitsorganisation in Genf wird die COPD bis zum Jahre 2020 auf den dritten Platz in der Todesursachenstatistik vorrücken.

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