"Sportwetten können süchtig machen"

MÜNCHEN (sto). Sportwetten bergen ein erhebliches Suchtpotential. Deshalb sollten vom Gesetzgeber zum Schutz von Spielern und vor allem von Jugendlichen deutliche Hinweise auf das Suchtpotential von Glücksspielen vorgeschrieben werden, so die Leiterin der Interdisziplinären Suchtforschungsgruppe Berlin der Charité, Dr. Sabine M. Grüsser-Sinopoli.

Veröffentlicht:

Das Verbot von Glücksspielen für Kinder und Jugendliche müsse auch tatsächlich durchgesetzt werden, forderte Grüsser-Sinopoli beim 7. Interdisziplinären Kongreß für Suchtmedizin in München.

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem umfassenden Jugend- und Spielerschutz sei das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Thema "Sportwette": Das Bundesverfassungsgericht hatte Ende März eine gesetzliche Neuregelung für Sportwetten gefordert, die eine effektive Suchtbekämpfung sicherstellt (Az.: 1 BvR 1054/01).

    In einer Studie hatte ein Drittel der Spieler eine Spielsucht.
   

Wie Grüsser-Sinopoli berichtet hat, erfüllten in einer eigenen, nicht repräsentativen Untersuchung etwa ein Drittel der Spieler, die in Wettlokalen bei Fußballwetten angetroffen werden, die diagnostischen Kriterien einer Spielsucht: Dazu zählen der Kontrollverlust über das Spielverhalten, das Spielen mit immer höheren Einsätzen, um die gewünschte Erregung zu erhalten, sowie Unruhe und Gereiztheit beim Versuch, das Spiel einzuschränken.

Wie bei stoffgebundenen Abhängigkeiten, etwa von Alkohol, könne es auch bei Spielsüchtigen zur Vernachlässigung sozialer und beruflicher Verpflichtungen kommen, sagte Grüsser-Sinopoli. Pathologische Spieler jagen ihren Verlusten, die sie bei Wetteinsätzen erfahren haben, hinterher und sind im Vergleich zu Freizeitspielern ohne Spielsucht stärker und höher verschuldet.

Für Spielsüchtige habe das pathologische Glücksspiel ähnlich wie der Gebrauch einer psychotropen Substanz die Funktion, das Leben erträglich zu machen, indem zum Beispiel Ängste, Einsamkeit, Schüchternheit, Langeweile, Versagenserlebnisse und der Gruppendruck reduziert werden, so Grüsser-Sinopoli.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Praktische Tipps

Beratungsfall Patientenverfügung – worauf es ankommt

Lesetipps
Halitosis sollte kein Tabu sein

© privat

Kommentar zum Mundgeruch

Halitosis sollte kein Tabu sein