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Zusammenhang vermutet

Süßes für die Schwangere, Asthma fürs Kind?

Ein hoher Zuckerkonsum in der Schwangerschaft könnte die Entwicklung von Atopien beim Kind fördern.

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Ein Studie hat nun bestätigt: Zu viel Zucker in der Schwangerschaft kann beim Nachwuchs das Risiko für Atopien und allergisches Asthma erhöhen.

Ein Studie hat nun bestätigt: Zu viel Zucker in der Schwangerschaft kann beim Nachwuchs das Risiko für Atopien und allergisches Asthma erhöhen.

© iStock/gpointstudio

LONDON. Zu viel Zucker in der Schwangerschaft schadet auch dem Nachwuchs. Laut einer Studie könnte der häufiger Atopien und allergisches Asthma entwickeln.

Um herauszufinden, wie sich der mütterliche Zuckerkonsum in der Schwangerschaft auf atopische Erkrankungen beim Kind auswirkt, haben britische Ärzte 8956 Mutter-Kind-Paare einer bevölkerungsbasierten Geburtskohorte analysiert (Eur Respir J 2017; 50: 1700073). Die Mütter hatten ihre Ernährung während der Schwangerschaft in ausführlichen Fragebogen dokumentiert. Aus den Angaben wurde die Zufuhr von freiem Zucker berechnet, also von Zucker, der Lebensmitteln und Getränken von Hersteller, Koch oder Konsument zugesetzt wird, plus Zucker, der natürlicherweise in Honig und Fruchtsäften enthalten ist. Danach wurden im Mittel täglich minimal 2 g und maximal 345 g konsumiert.

Der Gesundheitszustand der Kinder wurde im Alter von sieben Jahren beurteilt. Zu dieser Zeit bestand bei 12,2 Prozent ein ärztlich diagnostiziertes Asthma, bei 10,7 Prozent kam es zu giemender und pfeifender Atmung ("Wheezing"), 8,8 Prozent litten an allergischer Rhinitis, 16,2 Prozent hatten Ekzeme und 21,5 Prozent reagierten positiv im Atopie-Patch-Test. Insgesamt hatten 38,2 Prozent der Kinder mindestens eine der fünf Diagnosen.

Von diesen Diagnosen war, wenn der Einfluss bekannter Risikofaktoren berücksichtigt wurde, nur die Atopie eindeutig mit dem Zuckerkonsum korreliert. Kinder von Müttern im obersten Fünftel des Zuckerverbrauchs (= 82,4 g) hatten ein um 38 Prozent höheres Atopierisiko als Kinder von Müttern im untersten Fünftel (= 34,0 g). In einer Post-hoc-Analyse ergab sich außerdem eine Assoziation von mütterlichem Zuckergenuss und dem Auftreten eines allergischen Asthmas. Das Risiko war im höchsten Zuckerquintil doppelt so hoch wie im niedrigsten.

Zusammenhänge waren deutlich

Die Zusammenhänge mit Atopie und allergischem Asthma waren unabhängig vom Zuckerkonsum des Kindes im Alter von drei Jahren. Besonders deutlich war die Verknüpfung mit Atopie, wenn Mehrfachsensibilisierungen vorlagen. Wie sich die Mutter nach der Geburt ernährte, hatte dagegen keine Auswirkung auf das kindliche Risiko atopischer Erkrankungen.

Die Autoren um Annabelle Bédard von der Queen-Mary-Universität in London spekulieren, dass Fruktose, aus der auch Haushaltszucker zu 50 Prozent besteht, für den beobachteten Zusammenhang verantwortlich sein könnte. Zucker und insbesondere Fruchtzucker erhöhten die Konzentration des CRP; Fruchtzucker führe außerdem zur Bildung von Harnsäure, wodurch Th2-Immunantwort und allergische Entzündung verstärkt werden könnten. Alternativ sei vorstellbar, dass eine hohe Fruktosezufuhr, indem sie das Darmmikrobiom verändere, auf Immunreaktionen Einfluss nehme.

Falls sich die Daten in einer weiteren epidemiologischen Studie reproduzieren lassen, streben Bédard und Kollegen eine Interventionsstudie an, um die Aussichten einer Primärprävention von atopischem Asthma zu prüfen.(bs)

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