Depression

Teilnehmer für Studien gesucht

Veröffentlicht: 07.09.2015, 15:29 Uhr

MÜNCHEN. In zwei Studien an der Psychiatrischen Klinik der LMU München wird die nicht-invasive Hirnstimulation zur Therapie bei Depression geprüft. Dafür werden noch Studienteilnehmer gesucht.

In der Studie AzteK (Antidepressivum und zusätzliche transkranielle elektrische Kortexstimulation) werden Patienten zwei Wochen lang mit tDCS (transkranielle Gleichstromstimulation; engl. transcranial direct current stimulation) und Escitalopram oder Citalopram stationär behandelt.

Eine teilstationäre Verlängerung um zwei Wochen ist möglich, teilt Dr. Ulrich Palm , Klinik für Psychiatrie der LMU München mit. Gesucht werden Teilnehmer von 18 bis 75 Jahren mit der Diagnose einer (rezidivierenden) Depression ohne weitere psychiatrische Erkrankung.

Ziel sei es, die tDCS als Zusatzverfahren zu einer standardisierten Pharmakotherapie zu etablieren, um die Therapiedauer bei Depressionen zu verkürzen.

In der DeSteK-Studie (Depressionsbehandlung in der Schwangerschaft mit transkranieller elektrischer Kortexstimulation) werden depressive Schwangere ohne Medikamente zwei Wochen lang stationär mit tDCS behandelt. Auch hier ist eine teilstationäre Verlängerung um zwei Wochen möglich.

Eingeschlossen werden Schwangere von der 10. bis zur 37. Schwangerschaftswoche mit unauffälliger Schwangerschaft und unauffälliger fetaler Entwicklung. Ziel der Studie ist es, die tDCS als Alternative zur Pharmakotherapie in der Schwangerschaft zu etablieren. Bei der tDCS wird ein schwacher Gleichstrom in der Stärke einer Haushaltsbatterie über Schwammelektroden auf der Kopfhaut ans Gehirn übertragen.

Der Strom verändert die Spontanaktivität von Nervenzellen je nach Polarisierung hin zu mehr oder weniger Aktivität. Hirnareale wie das Frontalhirn, die in der Depression eine verminderte Aktivität aufweisen, können dadurch zu mehr Aktivität angeregt werden.Von der Behandlung, die täglich zweimal 30 Minuten durchgeführt wird, spürt man ein Kribbeln auf der Kopfhaut, das durch den Stromfluss verursacht wird.

Gelegentlich treten leichte Kopfschmerzen oder Hautreizung auf, ansonsten ist das Verfahren gut verträglich. Über Krampfanfälle wurde nie berichtet, Schädigungen des Hirngewebes können bei den verwendeten niedrigen Stromstärken ausgeschlossen werden.

Mehrere Studien deuten darauf hin, dass die Kombination aus tDCS und einer antidepressiven Medikation zu einem schnelleren und nachhaltigeren Wirkungseintritt führt als die die jeweilige Monotherapie. (eb)

Rückfragen und Studienanmeldung: Dr. Ulrich Palm Tel: 089 / 4400-55881, ulrich.palm@med.uni-muenchen.de

Dr. Julia Tschirdewahn, Tel: 089 / 4400-55812, julia.tschirdewahn@med.uni-muenchen.de

Mehr zum Thema

Depressionen

Psychedelika im Aufwind

Wuhan

„Lockdown belastete Psyche von Kindern“

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Was Abstandsregeln und Maskenschutz bewirken

COVID-19

Was Abstandsregeln und Maskenschutz bewirken

Corona-Massentests könnten zu höherem Beitragssatz führen

GKV-Spitzenverband warnt

Corona-Massentests könnten zu höherem Beitragssatz führen

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden