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Tipps für die Auswahl von Antiepileptika

MÜNCHEN (wst). Bei Epilepsie-Patienten kommt es nicht nur auf eine gute Wirksamkeit von Arzneien an, sondern auch auf eine gute Verträglichkeit - schließlich müssen die Mittel langfristig eingenommen werden. Von Vorteil sind dabei Retardformulierungen sowie Substanzen ohne Enzyminduktion.

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Gerade die langfristige Verträglichkeit von Antiepileptika werde in klinischen Studien nur unzureichend erfasst, hat Professor Christian Elger von der Klinik für Epileptologie in Bonn berichtet. Als Beispiel nannte er etwa Gesichtsfeldeinschränkungen unter Vigabatrin, die in den Zulassungsstudien nicht bemerkt wurden. Praktische Erfahrungen und Expertenmeinungen sollten deshalb bei einer Therapieentscheidung ebenfalls zählen, so Elger bei einer Veranstaltung des Unternehmens Desitin.

Grundsätzlich dürfe heute davon ausgegangen werden, dass alle zugelassenen Antiepileptika bei fokalen Anfällen ähnlich effektiv sind. Unterschiede gebe es vor allem bei unerwünschten Wirkungen. Diese treten bei retardierten Präparaten meist seltener auf als bei nicht-retardierten Arzneien, da Wirkspiegelspitzen reduziert werden. Aber auch starke Enzyminduktoren wie Phenobarbital, Phenytoin und Carbamazepin sind vor allem in der Langzeitanwendung kritisch zu betrachten, sagte Elger.

So kann unter solchen Enzyminduktoren aufgrund des beschleunigten Vitamin-D-Stoffwechsels der Knochen geschädigt werden und das Frakturrisiko steigen. Zudem werden zahlreiche und zum Teil lebensnotwendige Medikamente unter dem Einfluss potenter Enzyminduktoren schneller abgebaut und damit in ihrer Wirksamkeit erheblich reduziert. So war in Studien mit Carbamazepin, Phenytoin oder Phenobarbital bei epilepsiekranken Kindern mit Leukämie die Sterberate um das 2,7-fache erhöht - im Vergleich zu leukämiekranken Kindern ohne Antiepileptika. Ursache war die verminderte Zytostatika-Wirkung durch die potenten Enzyminduktoren, sagte Elger. Von Vorteil seien hierbei Medikamenten wie Oxcarbazepin, die keine Enzyminduktion auslösen.

Seit kurzem ist Oxcarbazepin auch in Retardform (Apydan® extent) am deutschen Markt verfügbar. Das Arzneimittel ist für Kinder ab sechs Jahren zugelassen.

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