Deutsche Gesellschaft für Urologie

Urologen kritisieren GBA-Beschluss zum PSA-Screening

Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat in seiner Sitzung am 17. Dezember gegen den PSA-Test als Kassenleistung entschieden. Die Fachgesellschaft der Urologen bezeichnen das als „Rückschlag“.

Dr. Thomas MeißnerVon Dr. Thomas Meißner Veröffentlicht:
PSA-Test: Die Deutsche Gesellschaft für Urologie sieht die Bestimmung als „unverzichtbaren Baustein“ bei der Früherkennung des Prostatakarzinoms.

PSA-Test: Die Deutsche Gesellschaft für Urologie sieht die Bestimmung als „unverzichtbaren Baustein“ bei der Früherkennung des Prostatakarzinoms.

© Elnur / stock.adobe.com

Berlin/Düsseldorf. Als „Rückschlag“ hat die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) die GBA-Entscheidung vom 17. Dezember (wir berichteten) gegen den PSA-Test als Kassenleistung zur Früherkennung des Prostatakarzinoms kritisiert. Erneut bezeichnete die DGU die Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) als „unverzichtbaren Baustein“ der Früherkennung und verwies auf einen breiten nationalen wie internationalen Konsens.

Die Chance für eine zeitgemäße Diagnostik sei vertan, bewertete DGU-Generalsekretär Professor Maurice Stephan Michel die Entscheidung in einer Mitteilung der DGU. Der Urologe vom Universitätsklinikum Mannheim kritisierte mit Blick auf das etablierte Mammografie-Screening bei Frauen eine „gesundheitspolitisch unausgewogene Versorgung der Geschlechter“.

PSA-Bestimmung bleibt Selbstzahlerleistung

Mit dem auf dem IQWiG-Abschlussbericht basierenden Beschluss des GBA bleibt die digital-rektale Untersuchung die Standard-Kassenleistung zur Früherkennung des Prostatakarzinoms und die PSA-Bestimmung eine Selbstzahlerleistung.

Die DGU weist darauf hin, dass der Laborwert nicht im Rahmen einer altersbezogenen Reihenuntersuchung angewendet werden soll, sondern als Baustein einer risikoadaptierten, individualisierten Früherkennung (opportunistisches Screening). Dieser differenzierte Einsatz des PSA-Werts reduziere die Zahl falsch-positiver Befunde sowie Überdiagnosen und Übertherapien auf ein vertretbares Maß, erklärte DGU-Präsident Professor Arnulf Stenzl. Der GBA lasse mit seiner Bewertung außerdem den vermehrten Einsatz des Parameters bei der aktiven Überwachung von Patienten mit Niedrigrisiko-Prostatakarzinomen unberücksichtigt.

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