Direkt zum Inhaltsbereich

Diabetes

Vermerk Parodontitis gehört in Diabetespass

Parodontitis ist ein Risikofaktor bei Diabetes und fördert Folgekomplikationen. Diabetologen und Zahnärzte sollten kooperieren.

Veröffentlicht:

UNTERSCHLEISSHEIM. Diabetes ist ein wichtiger Risikofaktor für Parodontitis. Je schlechter die Diabeteseinstellung, desto höher ist dabei das Risiko für Zahnverluste, wie Professor Thomas Kocher von der Universitätszahnklinik in Greifswald bei der Veranstaltung "Diabetologie grenzenlos" berichtet hat.

Schlecht eingestellte Diabetiker verlieren dabei doppelt so schnell ihre Zahnhaltefunktion und Zähne wie Menschen ohne, oder mit gut eingestelltem Diabetes.

Es ist ein Teufelskreis: Diabetes begünstigt Parodontitis, Parodontitis erschwert wiederum die glykämische Kontrolle. Ein wesentlicher Teil der Parodontaltherapie ist daher eine gute Einstellung des Blutzuckers.

"Parodontitis sollte in den Diabetespass aufgenommen werden", so Professor Petra-Maria Schumm-Draeger vom Klinikum München-Bogenhausen bei der Veranstaltung. Zahnärzte und Diabetologen sollten einen interdisziplinären Untersuchungsalgorithmus zur Prävention und Therapie etablieren.

Wichtig sei, dass sich der Diabetologe für den Zahnstatus und der Zahnarzt für den Blutzucker interessiere. Zahnärzte könnten bei Parodontitis auch ein Diabetes-Screening erwägen. Wichtig seien eine frühe Diagnose und Parodontitis-Therapie.

"Bei Typ-2-Diabetikern kann eine Parodontitisbehandlung zur Stoffwechseleinstellung beitragen", so Kocher. So sei in der SHIP-Studie (Study of Health in Pomerania) bei Verbesserung des Parodontalstaus der HbA1c um etwa 0,4 Prozentpunkte gesunken.

Präventiv wirkt eine gute Mundhygiene sowie ein gesunder Lebensstil ohne Rauchen und mit wenig Alkohol. Therapiestandard bei Parodontitis ist das Scaling, also das Entfernen von Plaques an den Zähnen. Eine antibiotische Begleittherapie sei nicht erforderlich, so Kocher. (sti)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Prävalenz-Vergleich der Kreise

Auffällig hoher Anteil an multimorbiden Menschen in Ostdeutschland

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps