Mehr Todesfälle

Verschmutzte Luft schwächt das Herz

Steigt die Luftverschmutzung, nimmt auch die Zahl der Klinikeinweisungen und Todesfälle aufgrund von Herzinsuffizienz zu - und zwar noch am Tag der Belastung.

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Nicht gut für das Herz: dreckige Luft.

Nicht gut für das Herz: dreckige Luft.

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EDINBURGH. Führt Luftverschmutzung zu akut entgleister Herzschwäche? Um diese Frage zu klären, haben Forscher der Universität Edinburgh 35 Studien ausgewertet. Untersucht wurden darin verschiedene Abgas- und Feinstaubbelastungen (Lancet 2013; online 10. Juli).

Direkt an Tagen hoher Belastungen mit Luftschadstoffen gab es dabei die meisten Klinik-Einweisungen oder Todesfälle wegen akut dekompensierter Herzinsuffizienz.

Ein Anstieg des Kohlenmonoxids um 1 ppm erhöht das Risiko für akute Herzschwäche um 3,5 Prozent.

Für Schwefeldioxid liegt die Erhöhung bei 2,4 Prozent pro 10 ppb, für Stickstoffdioxid bei 1,7 Prozent pro 10 ppb. Keinen Einfluss hatten Anstiege der Ozonkonzentration.

Auch Feinstaub war ein Risikofaktor. Teilchen mit Durchmessern unter 2,5 µm (PM2,5) hatten den stärksten Effekt, die Zahl der Einweisungen oder Todesfälle wegen Herzinsuffizienz stieg um 2,1 Prozent pro 10 µg/m3.

Feinstaub unter 10 µm Durchmesser (PM10) erhöhte die Gefahr um 1,6 Prozent pro 10 µg/m3. Auch hier war die schädliche Wirkung am gleichen Tag am größten.

Die akute Dekompensation einer Herzinsuffizienz kann durch eine stärkere Belastung des Herzmuskels verursacht werden, so die Forscher. Dies bedeutet erhöhte Frequenz, höheren Blutdruck, steigende Füllungsdrücke, verminderte Kontraktilität und zunehmende Schädigung des Myokards.

Unter Feinstaubexposition steigt der Blutdruck, die Gefäße verengen sich. Die Drücke im Pulmonalsystem und die rechtsventrikulären diastolischen Füllungsdrücke steigen als Zeichen einer pulmonalen Vasokonstriktion.

Zusammen mit möglichen Arrhythmien kann dies ein ohnehin schwaches Herz an den Rand der Leistungsfähigkeit führen und eine akute Dekompensation verursachen.

In einem Kommentar zur Studie erinnern die Epidemiologen Francesco Forastiere und Nera Agabiti aus Rom daran, dass die EU 2013 zum "Jahr der Luft" erklärt hat. Gegenwärtig liege der Grenzwert für den Jahresdurchschnitt der Feinstaubkonzentration in der EU bei 25 µg/m3.

"Die schädlichen Wirkungen auf die Gesundheit sind aber schon bei deutlich niedrigeren Werten festzustellen", so Forestiere und Agabiti. Der EU-Wert liege auch höher als die von der WHO vorgegebenen 10 µg/m3. (rb)

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