Direkt zum Inhaltsbereich

Verzicht auf Softdrinks hilft beim Abspecken

BOSTON (ob). Der Konsum zuckerhaltiger Softdrinks steht im Verdacht, wesentlich zur Zunahme von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen beizutragen. Ein Experiment von US-Pädiatern erhärtet diesen Verdacht: Sie überzeugten Teenager vom Verzicht auf kalorienreiche Süßgetränke - mit sichtbar positiven Folgen für das Körpergewicht.

Veröffentlicht:

Das Ärzteteam einer Bostoner Kinderklinik um Dr. Cara Ebbeling konnte 103 Teenager im Alter zwischen 13 und 18 Jahren zur Teilnahme an einem Test bewegen (Pediatrics 117, 2006, 673). Die Hälfte der Studienteilnehmer waren angehalten, auf kalorienreiche Süßgetränke wie Limonade oder gesüßte Eistees zu verzichten und statt dessen kostenlos ins Haus gelieferte kalorienfreie Produkte zu trinken. Bei den übrigen Probanden wurde an den Konsumgewohnheiten nichts geändert.

Die durch monatliche Telefonanrufe unterstützte Überzeugungsarbeit in der Interventiongruppe hatte Erfolg: Der Konsum zuckerhaltiger Softdrinks ging im halbjährigen Beobachtungszeitraum um 82 Prozent zurück. Gemessen am Body-Mass-Index (BMI) war in dieser Gruppe ingesamt eine - jedoch nicht signifikant - geringere Gewichtszunahme zu verzeichnen.

Von Bedeutung war dabei aber das Ausgangsgewicht: Je mehr die Teenager wogen, um so stärker war der Effekt der Intervention. Bei den Probanden, die zu Studienbeginn zu dem Drittel mit dem höchsten Gewicht gehört hatten, bestand ein signifikanter Unterschied zwischen beiden Gruppen: Verzicht auf Süßgetränke hatte bei ihnen eine BMI-Abnahme (um 0,63 kg/m2) zur Folge; in der Kontrollgruppe legten Jugendliche in der oberen Gewichtsklasse dagegen an Gewicht zu (BMI-Zunahme um 0,12 kg/m2).

Die Pädiater schätzen, daß der tägliche Konsum einer Dose (0,33 l) eines mit Zucker gesüßten Softdrinks knapp ein Pfund Körpergewicht pro Monat ausmacht.

Lesen Sie auch: Experten beklagen fehlende Daten zur Kindergesundheit

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Prävalenz-Vergleich der Kreise

Auffällig hoher Anteil an multimorbiden Menschen in Ostdeutschland

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Arbeitserleichterung

So schenkt KI Ärztinnen und Ärzten mehr Zeit für Patienten

Prävalenz-Vergleich der Kreise

Auffällig hoher Anteil an multimorbiden Menschen in Ostdeutschland

Lesetipps
Aschenbecher mit Zigarettenstummel

© Carlie / stock.adobe.com

Rauchjahre statt Packungsjahre

Lassen sich die Kriterien fürs Lungenkrebs-Screening vereinfachen?