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Spanische Studie zeigt

Viele COPD-Patienten sind auch herzkrank

Fast zwei Drittel aller COPD-Kranken mit akuter Exazerbation haben im EKG Zeichen einer Herzkrankheit.

Veröffentlicht:

BARCELONA. COPD-Patienten leiden häufig zusätzlich an kardiovaskulären Erkrankungen, nicht zuletzt aufgrund des gemeinsamen Risikofaktors Zigarettenrauchen.

Wenn Herz und Lunge erkrankt sind, beeinflusst dies den Patienten mehr als nur eine Erkrankung alleine und es ist Prognose-relevant.

Da der Nikotin-Abusus alleine die Häufigkeit beider Erkrankungsentitäten nicht erklären kann, wurde in der Vergangenheit die Entzündungshypothese generiert.

Dieser zufolge handelt es sich bei der COPD um ein "systemisches Entzündungssyndrom", das nicht nur zur Erkrankung selbst (bronchiale Entzündung, Lungenemphysem) führt, sondern auch für Komorbiditäten prädisponiert.

342 COPD-Patienten nahmen an Studie teil

Spanische Forscher haben bei 342 COPD-Patienten, die mit einer Exazerbation in eine Klinik eingeliefert wurden, die Prävalenz von echokardiografischen Auffälligkeiten erhoben, und diese in Beziehung zum klinischen Verlauf gesetzt.

Es wurden 342 Patienten rekrutiert, deren durchschnittliche FEV1 bei 52 (16%) vom Sollwert lag. Dienach einem standardisierten Untersuchungsprotokoll durchgeführte transthorakale Echokardiografie erfolgte drei Monate nach der Krankenhausentlassung. Zusätzlich wurden Basisdaten und die Lungenfunktion erhoben sowie ein Lungendiffusionstest durchgeführt.

Bedeutsame echokardiografische Veränderungen fanden sich in 64% der Fälle (27 Prozent Veränderungen des linken Herzen, 48 Prozent Veränderungen des rechten Herzen) (Eur Respir J 2013; 41: 784 - 791).

Die häufigsten Befunde waren Rechtsherzvergrößerungen (30%) und pulmonale Hypertonie (19%). Bei 6% der Patienten fand sich eine linksventrikuläre Vergrößerung, in 13% eine linksventrikuläre systolische und in 12% eine diastolische Dysfunktion. 29% der Patienten zeigten eine links-atriale Dilatation.

Diese Veränderungen waren unabhängig vom Schweregrad der COPD und abhängig zur Angabe von kardialen Vorerkrankungen. Allerdings wurde sie in 63% aller Fälle beobachtet, die keinerlei kardiale Krankheiten oder kardiale Risikofaktoren (außer Rauchen) angaben oder hatten.

Hohe Zahl echokardiografischer Auffälligkeiten überrascht

Die Studie werfe vor allem die Frage nach möglichen Langzeiteffekten auf, kommentiert Professor Adrian Gillissen, Direktor der Klinik für Lungen- und Bronchialmedizin am Klinikum Kassel, auf springermedizin.de.

Die hohe Zahl echokardiografischer Auffälligkeiten überrasche bei diesen COPD-Patienten. Andererseits seien die meisten Veränderungen leichter Natur gewesen und damit die klinischen Implikationen unklar, wie die Autoren selbst diskutierten, so Gillissen.

Zweifelsohne sei eine schwere Rechtsherzbelastung mit einem erhöhten Sterberisiko behaftet, wie aus früheren Studien bekannt sei.

Gillissen: "Aus früheren Untersuchungen ist auch bekannt, dass eine milde pulmonale Hypertonie keine prognostische Bedeutung besitzt, so dass das diesbezügliche Ergebnis hier von nur relativer Wichtigkeit sein dürfte.

Ungeachtet der großen Mühe, eine solche Studie durchzuführen, bleibt natürlich auch die Frage, wie häufig diese leichten Veränderungen bei langjährigen Rauchern (ohne COPD) auftreten, da nur mit einem solchen Vergleich heraus zu bekommen wäre, welchen Einfluss die COPD auf diese Prävalenzdaten hat." (eb)

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