Vorsorge gegen plötzlichen Herztod von Athleten

Sportmediziner fordern kardiologische Vorsorgeuntersuchungen für Leistungssportler und ambitionierte Freizeitsportler.

Dr. Thomas MeißnerVon Dr. Thomas Meißner Veröffentlicht:
Wer Leistungs- oder Wettkampfsport betreibt, sollte sicherstellen, dass mit seinem Herz alles in Ordnung ist, empfehlen Sportmediziner. © sida / fotolia.com

Wer Leistungs- oder Wettkampfsport betreibt, sollte sicherstellen, dass mit seinem Herz alles in Ordnung ist, empfehlen Sportmediziner. © sida / fotolia.com

© sida / fotolia.com

MÜNCHEN. Im Zusammenhang mit immer wieder vorkommenden plötzlichen Herztodesfällen fordern Sportmediziner, dass sich Leistungssportler und ambitionierte Freizeitsportler vorsorglich untersuchen lassen. In Italien habe ein Vorsorgeprogramm dazu geführt, dass Todesfälle bei jungen Wettkampfsportlern um 90 Prozent zurückgegangen sind.

Nach Angaben von Professor Martin Halle, Leiter des Zentrums für Prävention und Sportmedizin an der TU München, gibt es zwei grundsätzliche Ursachen für plötzliche Herztodesfälle bei Sportlern. Bis etwa zum 35. Lebensjahr handele es sich meist um hypertrophe Kardiomyopathien mit genetischem Hintergrund. Diese lassen sich durch körperliches Training nicht beeinflussen, sagte Halle zur "Ärzte Zeitung". Die Betroffenen dürften letztlich keinen Leistungssport betreiben. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Jenseits des 35. Lebensjahres kommen vor allem die bekannten kardiovaskulären Risikofaktoren ursächlich ins Spiel.

"Um die hypertrophe Kardiomyopathie nicht zu übersehen, muss man bereits junge ambitionierte Sportler untersuchen", betonte Halle. Dabei sei ein Ruhe-EKG meist bereits wegweisend. Allerdings sehe man nur bei 75 Prozent tatsächlich Hypertrophiezeichen, bei einem Viertel der Patienten müsse man auf diskretere Veränderungen wie Abweichungen der Herzachse oder erhöhte ST-Streckenabgänge in den Brustwandableitungen achten. Im Zweifelsfall ist eine Echokardiographie erforderlich. Sinnvoll sind diese Untersuchungen zum Abschluss der Pubertät, weil sich bis dahin meist die Kardiomyopathie ausgeprägt hat. Zudem kann die Familienanamnese bereits Hinweise liefern.

Die Anamnese steht für über 35-jährige Sportler, die womöglich früher geraucht und gar keinen Sport getrieben haben, ebenfalls an erster Stelle. Manchmal ergibt das Gespräch Hinweise auf eine familiäre Hypercholesterinämie. In dieser Altersgruppe sollte zudem immer ein Belastungs-EKG angefertigt werden, so Halle. Weitere Untersuchungen richten sich nach individuellen Gegebenheiten.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Systematisches Review mit Metaanalyse

Psychische Probleme wohl mit akutem Koronarsyndrom assoziiert

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Ergänzung zu Antibiotika?

Mit intravaginaler Ascorbinsäure gegen bakterielle Vaginose

Review

RAS-Blocker präoperativ eher nicht absetzen?

Lesetipps