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Corona-Pandemie

WHO-Experten beraten über Ende des Gesundheitsnotstands wegen Corona

Im Januar 2020 hat die WHO einen internationalen Gesundheitsnotstand wegen der Corona-Pandemie ausgerufen. Soll der Notstand beendet werden? Experten beraten jetzt darüber.

Veröffentlicht:

Genf. Unabhängige Experten haben am Donnerstag in Genf Beratungen über den wegen der Corona-Pandemie im Januar 2020 verhängten weltweiten Gesundheitsnotstand aufgenommen. Der Rat prüft alle drei Monate, ob der Notstand beendet werden soll.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) folgt seiner Empfehlung in aller Regel. Das Ergebnis wird oft erst Tage später bekanntgegeben.

Die Erklärung eines Notstands ist die höchste Alarmstufe, die die WHO verhängen kann. Hauptmotiv für die Ausrufung ist, Regierungen und die Öffentlichkeit wachzurütteln, damit sie sich mit einer Bedrohung befassen und Maßnahmen ergreifen. Wird der Notstand – offiziell „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ – beendet, hat das keine konkreten Auswirkungen.

Natürlich sei die Welt heute eine andere als Anfang 2020, als die Pandemie begann, sagte WHO-Corona-Expertin Maria van Kerkhove vor Beginn der Beratungen. Es gebe jetzt Werkzeuge wie Impfstoffe, Medikamente und bewährte Maßnahmen wie Masketragen oder Abstandhalten. Nur würden sie vielerorts zu wenig genutzt.

„Diese Pandemie ist noch nicht vorbei“

„Das Virus Sars-CoV-2 zirkuliert auf unglaublich intensivem Niveau“, sagte van Kerkhove. Aber es werde seit dem Ende vieler Corona-Schutzmaßnahmen zu wenig getestet und es würden zu wenig Virus-Sequenzen ermittelt, um ein genaues Bild zu haben.

Dadurch sei es schwer, die Ausbreitung neuer Varianten schnell zu sehen. Man müsse davon ausgehen, dass neue Varianten noch leichter übertragbar seien als bislang bekannte. Länder dürften in ihren Anstrengungen zur Eindämmung der Verbreitung nicht nachlassen, sagte sie. „Es gibt noch viel zu tun. Wie WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus immer sagt: Diese Pandemie ist noch nicht vorbei.“

Fachleute sind besorgt, dass ein Ende des Gesundheitsnotstandes ein falsches Signal sein könnte und sämtliche Schutzmaßnahmen aufgegeben werden. Als die WHO die Notlage am 30. Januar 2020 erklärte, waren außerhalb Chinas rund 100 Infektionen in 21 Ländern bekannt. Bis heute wurden weltweit fast 620 Millionen Infektionen und gut 6,5 Millionen Todesfälle gemeldet. Die Dunkelziffer dürfte höher sein. (dpa)

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