Antikörper-Kombination

WHO empfiehlt präventive COVID-Therapie bei Risikopatienten

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Studien ausgewertet, denen zufolge die Antikörper-Kombination Casirivimab / Imdevimab bei infizierten Risikopatienten die Überlebenschancen bessern kann.

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Die Kombination der beiden monoklonalen Antikörper Casirivimab und Imdevimab (REGN-COV2) wird in Deutschland bereits in speziellen Fällen für COVID-Patienten eingesetzt.

Die Kombination der beiden monoklonalen Antikörper Casirivimab und Imdevimab (REGN-COV2) wird in Deutschland bereits in speziellen Fällen für COVID-Patienten eingesetzt.

© Bernard Chantal / stock.adobe.com

Genf. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt zum ersten Mal ein Medikament als Vorbeugung gegen eine schwere COVID-19 bei infizierten Risikopatienten. Sie verweist auf Studien, wonach die Antikörper-Kombination aus Casirivimab und Imdevimab vom US-Hersteller Regeneron und dem Schweizer Unternehmen Roche die Überlebenschancen der Patienten verbessern kann. Eine entsprechende Empfehlung veröffentlichte die WHO am Freitag.

In Deutschland wird diese Antikörper-Kombination bereits in speziellen Fällen für COVID-Patienten eingesetzt. Viele Länder, die selbst keine Risikobewertungen machen können, warten aber auf solche WHO-Empfehlungen. Auch Hilfsorganisationen setzen in der Regel nur von der WHO empfohlene Mittel ein.

Die WHO empfiehlt nun die Gabe des Mittels etwa bei SARS-CoV-2-Infizierten mit Vorerkrankungen wie Immundefizienz oder Diabetes, die ein hohes Risiko für schwere COVID und Hospitalisierung haben. Ebenso sollen bereits schwer Erkrankte damit behandelt werden, die keine Antikörper gegen COVID-19 entwickelt haben.

Hohe Kosten, knappe Produktion

Herausfordernd seien die hohen Kosten und die knappe Produktion, so die WHO. Deshalb werde mit Roche über niedrigere Preise, eine mögliche Schenkung und eine faire Verteilung in aller Welt verhandelt. Die WHO setzte sich dafür ein, dass auch anderen Herstellern die Produktion ermöglicht wird, damit billigere Varianten der Mittel auf den Markt kommen.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen berichtete, Regeneron habe bereits in mindestens elf ärmeren Ländern Patentanträge gestellt. Sie forderte das Unternehmen auf, auf die Durchsetzung von Patenten in ärmeren Ländern zu verzichten. „Es ist einfach nicht fair, dass Menschen, die in ärmeren Ländern leben, keinen Zugang zu diesen COVID-19-Medikamenten, die das Todesrisiko senken, haben, nur weil Pharmafirmen das Monopol haben und hohe Renditen wollen“, sagte Dr. Elin Hoffmann Dahl von Ärzte ohne Grenzen.

Zudem habe Regeneron für die Entwicklung öffentliche Gelder erhalten. Nach Informationen der Organisation wird das Medikament etwa in Deutschland für 2000 Dollar (1700 Euro) und in Indien für 820 Dollar angeboten. (dpa)

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