Supportive Therapie

Was hilft, wenn der Krebspatient nicht schlafen kann?

Wenn Tumorpatienten schlecht schlafen, sollte man versuchen, der genauen Ursache auf die Spur zu kommen.

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MÜNCHEN. Schlafstörungen können die Lebensqualität von Tumorpatienten erheblich beeinträchtigen. In einer Umfrage mit 107 Krebspatienten berichteten zwei Drittel der Befragten über relevante Schlafstörungen. Diese traten auch in Remissionsphasen auf und hingen deutlich mit Schmerzen und Depressionen zusammen.

Mit einer Umstellung der Medikation könne man oft viel erreichen, so Professor Herwig Strik, Marburg, beim Kongress der Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation und Sozialmedizin (ASORS). Der Neurologe riet, die Hauptdosis der Analgetika auf den Abend zu legen, "weil Schmerzen tagsüber oft besser ertragen werden". Generell seien aktivierende Substanzen am Abend zu vermeiden. Dies gelte besonders auch für Kortikosteroide oder Antiepileptika wie Levetiracetam. Strik: "Die Abenddosis macht die Patienten kirre!" Mirtazapin sei dagegen wegen seines schlafanstoßenden Effekts empfehlenswert.

Von Opiaten und Benzodiazepinen, ebenso Alkohol riet der Experte ab: "Diese sedieren zwar, sorgen aber für eine schlechte Schlafqualität." Dagegen stehe zum Beispiel mit Melatonin ein "relativ physiologisches Medikament" zur Schlafförderung zur Verfügung.

Berücksichtigen müsse man vor allem auch die häufigen "nächtlichen Grübeleien". Nicht nur Progredienzangst, auch Sorgen um Familie, Arbeitsplatz, Finanzen trieben die Patienten um. Hier sollte man zu einer psychoonkologischen Betreuung raten. Aber auch eine gute Sozialberatung sei in bestimmten Fällen "Gold wert". (eo)

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