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Uniklinikum Tübingen

Weitere Uterustransplantationen geplant

In zwei Jahren könnte auch in Deutschland eine Frau mit einer gespendeten Gebärmutter ein Baby zur Welt bringen. In Tübingen ist die Transplantation geglückt. Und das Klinikum plant schon weitere.

Veröffentlicht:
Die nächste Uterustransplantation plant die Uniklinik Tübingen schon Anfang 2017.

Die nächste Uterustransplantation plant die Uniklinik Tübingen schon Anfang 2017.

© Springer Verlag GmbH

TÜBINGEN. Nach der ersten Transplantation einer Gebärmutter in Deutschland könnte die Patientin schon in einem Jahr schwanger werden. Wie das Tübinger Ärzteteam mitteilte, gab es seit der Operation am 14. Oktober keine Komplikationen. "Der Patientin geht es sehr gut", sagte Professor Sara Brucker in Tübingen.

Die 23 Jahre alte Frau kam wegen einer angeborenen Fehlbildung ohne Vagina und Uterus zur Welt. Eine Vagina war bei ihr bereits 2009 in Tübingen angelegt worden. Die Gebärmutter stammt von ihrer Mutter, die zeitgleich operiert wurde. Auch sie hat den Angaben zufolge die Operation gut überstanden.

Eine zweite Transplantation war gescheitert, noch bevor der Uterus in die Empfängerin eingesetzt werden konnte. Die nächste Transplantation plant das Uniklinikum schon für Anfang 2017.

"Und dann bekommt sie hoffentlich ein gesundes Kind"

Werde der Uterus nicht abgestoßen und verheile alles gut, könne der 23-Jährigen in einem Jahr eine bereits entnommene, mit Sperma ihres Mannes befruchtete und tiefgefrorene Eizelle eingesetzt werden. "Und dann bekommt sie hoffentlich ein gesundes Kind", sagte Brucker. Das Kind werde dann per Kaiserschnitt auf die Welt geholt, um das Risiko eines Abreißens von der Gebärmutter und der Vagina oder dem Geburtskanal zu vermeiden.

Laut Brucker können rund 15.000 Frauen in Deutschland keine Kinder bekommen, weil sie ihren Uterus entweder früh verloren haben - etwa durch Krebs oder Unfälle - oder gar keine haben.

Wegen der angeborenen Fehlbildung namens Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom kämen Jahr für Jahr in Deutschland 80 bis 100 Mädchen zwar mit Ovarien, aber ohne Vagina und Uterus zur Welt.

Diesen Frauen habe sie bisher sagen müssen, dass sie nie ein eigenes Kind zur Welt bringen werden, berichtete Brucker. Da in Deutschland die Leihmutterschaft verboten ist, sei nur die Adoption geblieben.

An den Operationen war den Angaben zufolge auch ein Team des schwedischen Gynäkologen Mats Brännström vom Universitätsklinikum Göteborg beteiligt. Brännström hat dort bereits gezeigt, dass der Eingriff machbar ist und dass auf diesem Weg gesunde Kinder geboren werden können. 2014 brachte in Göteborg zum ersten Mal weltweit eine Frau mit einer gespendeten Gebärmutter ein gesundes Baby zur Welt. (dpa)

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