RKI-Zahlen

Weniger HIV-Neuinfektionen in Deutschland

Zwar sinkt die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland weiter, ein Wert allerdings stagniert seit Jahren, wie aktuelle Zahlen des Robert Koch-Instituts belegen.

Von Anne Bäurle Veröffentlicht: 14.11.2019, 12:39 Uhr
Weniger HIV-Neuinfektionen in Deutschland

§D-Illustration von Viren: In Deutschland geht die Anzahl der HIV-Neuinfektionen zwar zurück, die unerkannten Infektionsfälle stagnieren aber auf hohem Niveau.

© artegorov3@gmail / stock.adobe.com

Berlin. Die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland geht weiter zurück: Im Jahr 2018 haben sich etwa 2400 Personen mit HIV infiziert, ein Jahr zuvor waren es noch 2500 Neuinfektionen gewesen (siehe nachfolgende Grafik).

Das berichtet das Robert Koch-Institut (RKI) im aktuellen Epidemiologischen Bulletin (Epi Bull 46/19).

Der positive Trend sei vor allem auf einen Rückgang der Neuinfektionen in der wichtigsten Betroffenengruppe – Männern, die Sex mit Männern haben (MSM) – zurückzuführen. In dieser Gruppe verringerte sich die Zahl der geschätzten HIV-Neuinfektionen von etwa 2200 im Jahr 2013 auf 1600 Neuinfektionen im Jahr 2018 – ein Rückgang um 27 Prozent.

„Diese Entwicklung ist wahrscheinlich in erster Linie darauf zurückzuführen, dass es bei MSM gelungen ist, die Testbereitschaft zu steigern und die Testangebote auszuweiten“, heißt es in dem Bericht. Außerdem wirke sich die Empfehlung zu einem sofortigen Behandlungsbeginn positiv aus.

87.900 Menschen mit HIV-Infektion

Insgesamt lebten im Jahr 2018 geschätzt 87.900 Menschen mit einer HIV-Infektion, von denen allerdings etwa 10.600 Menschen nichts von ihrer Infektion wissen (siehe nachfolgende Grafik).

„Die Zahl der Menschen, die mit noch nicht diagnostizierter HIV-Infektion in Deutschland leben, stieg von etwa 8500 im Jahr 2001 auf etwa 10.900 im Jahr 2009 an und ist seitdem relativ konstant“, erinnert das RKI.

Um dieser Stagnation entgegenzuwirken, empfiehlt das Institut Niedergelassenen, Tests auf HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen den Leitlinien entsprechend anzubieten.

Als relevante Leitlinien nennt das RKI dabei:

Bei Symptomen, die auf eine HIV-Infektion hinweisen könnten, sollten Ärzte aktiv zu einem HIV-Test raten, werde vom Patienten selbst ein HIV-Test gewünscht, sollte dem nach Möglichkeit nachgekommen werden.

Positiver Trend

Seit 2015 empfehlen die HIV-Behandlungsleitlinien jede diagnostizierte HIV-Infektion in Deutschland umgehend antiretroviral zu therapieren.

Auch hier weist der RKI-Bericht auf einen positiven Trend: Der Anteil der Menschen mit diagnostizierter HIV-Infektion, die eine antiretrovirale Therapie erhalten, ist von 78 Prozent im Jahr 2006 auf 93 Prozent im Jahr 2018 gestiegen.

„Etwa 95 Prozent dieser Therapien verliefen erfolgreich, es wurde also eine Viruslast von weniger als 200 Viruskopien / ml Blut erreicht“, heißt es in dem Bericht.

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