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Wer mit 20 schon adipös ist, verliert acht Jahre Lebenszeit

STOCKHOLM (hub). Wer schon mit 20 Jahren adipös ist, verkürzt seine Lebenszeit um etwa acht Jahre. Das hat eine Studie mit der sehr langen Beobachtungszeit von 60 Jahren ergeben.

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Für diese Langzeitstudie wurden die Daten von 5000 Rekruten in Dänemark ausgewertet. Alle waren zu Studienstart 20 Jahre alt. Mit 20, 35 und 46 Jahren wurde der BMI aller Studienteilnehmer bestimmt. 1930 der Rekruten waren schon mit 20 Jahren adipös, die anderen 3600 wurden als Kontrollpersonen zufällig ausgewählt. Vorgestellt wurde die Studie jetzt beim Internationalen Kongress über Adipositas in Stockholm.

Die Ergebnisse: Innerhalb der 60 Studienjahre starben 1191 der 5000 Männer. Dabei lebten im Alter von 70 Jahren noch 70 Prozent der Männer aus der Kontrollgruppe, aber nur noch 50 Prozent jener, die mit 20 Jahren schon adipös waren. Das ist rein rechnerisch eine um ein Drittel erhöhte Sterberate. "Wir haben errechnet, dass jene Männer, die zu Beginn adipös waren, im Vergleich zur Kontrollgruppe acht Jahre früher gestorben sind", so Professor Esther Zimmermann vom Uniklinikum Kopenhagen in einer Mitteilung der Internationalen Adipositasgesellschaft.

Die Forscher aus Dänemark haben auch ausgerechnet, wer denn nun -bezogen auf den BMI - die höchste Lebenserwartung hat. Das sind demnach jene Männer mit einem BMI von 25. Untergewicht verkürzt die Lebenserwartung nur leicht. Aber jeder BMI-Punkt über 25 verkürzte die Lebenserwartung um zehn Prozent, heißt es weiter in der Mitteilung.

Vor allem die Dauer der Adipositas ist eine der Erklärungen für den beobachteten Effekt auf die Lebenszeit. Denn 70 Prozent der Männer, die schon als Rekruten adipös waren, blieben dies über die gesamte Studiendauer. Aus der Kontrollgruppe wurden aber nur vier Prozent der Männer adipös. Die Forscher schließen jedoch nicht aus, dass eine Adipositas in jungen Jahren die Lebenszeit ebenfalls verkürzen könne.

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