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Wer viel sieht, muß oft zuviel machen

Von Gabriele Wagner Veröffentlicht:

Immer schnellere Untersuchungen, immer höhere Bildauflösungen, immer mehr Informationen, und das alles nichtinvasiv - die neuen Generationen der CT- und MRT-Geräte machen’s möglich. Ganzkörper-Aufnahmen sind etwa mit einem Doppelröhren-CT in 16 Sekunden erledigt, mit einem auch in Deutschland verfügbarem 3-Tesla-MRT in acht Minuten.

Von den Kosten einmal abgesehen: Liegt es bei solchen geringen Untersuchungszeiten nicht nahe, zumindest Kranke, wenn nicht sogar auch Gesunde, rasch durch solche Geräte zum Ganzkörper-Screening zu schieben? Denn irgendeinen Befund wird man ja sehen.

Und genau das ist das Problem! Was ist mit all den Zufallsbefunden, die bei solchen Ganzkörper-Untersuchungen gefunden werden, zum Beispiel fraglich vergrößerte Mesenterial-Lymphknoten? Sollten sie als mögliche Metastasen eines bislang nicht bekannten Tumors beurteilt werden mit der Konsequenz der forcierten Tumorsuche? Oder sollten Patienten lediglich informiert und dann kontrolliert werden? Und wenn ja, wie häufig? Mit diesen Problemen schlagen sich derzeit weltweit Radiologen herum, die die virtuelle Koloskopie per CT machen und dabei viel mehr sehen als nur den Darm.

In absehbarer Zeit wird es sicher keine generelle Empfehlung zum Ganzkörper-Screening per CT oder MRT für Gesunde geben. Ernsthaft diskutiert wird die Ganzkörper-Untersuchung allerdings bereits etwa für Diabetiker zum Gefäßscreening.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund: CT und MRT entlarven kranke Gefäße und eignen sich besonders bei Nieren- oder Beckenarterienstenosen

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