Direkt zum Inhaltsbereich

Wie Zellen des Immunsystems Fremdkörper erkennen

BERLIN (ple). Der in Kuba geborene US-Immunologe Professor Emil R. Unanue aus St. Louis hat Wesentliches zur Aufklärung der zellulären Immunität beigetragen. Für sein Lebenswerk erhält er heute die Robert Koch-Medaille in Gold der Robert Koch-Stiftung.

Veröffentlicht:

Woran erkennt das Immunsystem, daß etwa Bakterien oder fremde Eiweißstoffe in den Körper eingedrungen sind? Und wie schafft es die Immunabwehr, gezielt Zellen gegen die fremden Strukturen mobil zu machen?

Unanue hat herausgefunden, daß nach dem Eindringen von Keimen oder Antigenen zunächst Freßzellen die Fremdkörper in sich aufnehmen, verarbeiten und Bruchstücke davon auf ihrer Oberfläche auf Rezeptoren präsentieren. Ohne dieses Zutun der Phagozyten reagieren die Lymphozyten nicht.

Wie werden diese zerstückelten Fremdkörper dem Immunsystem präsentiert? Unerläßlich für diese Präsentation sind die Gewebeverträglichkeitsantigene, die MHC-Moleküle (major histocompatibility complex).

Noch im Innern der Zelle binden sich die Fremdkörper-Bruchstücke an das MHC-Molekül, das dann auf die Außenseite der Zelle transportiert wird. T-Lymphozyten erkennen mit einem spezifischen Rezeptor diese MHC-Moleküle mit ihrer fremden Fracht und werden dadurch aktiviert. Unanue hat nachgewiesen, daß ein einziger Rezeptor-Typ ausreicht, um das fremde Antigen auf dem Transplantations-Molekül zu erkennen.

Vom MHC-Molekül gibt es zwei Klassen: Klasse-I- und Klasse-II-Moleküle. MHC-I-Moleküle werden von T-Killer-Zellen zur Abwehr von Viren erkannt, MHC-II-Moleküle von T-Helfer-Zellen zur Abwehr von Bakterien. Unanues Entdeckungen sind von großer Bedeutung für die Entwicklung von Impfstoffen gegen intrazellulär lebende Bakterien.

Lesen Sie dazu auch: Robert Koch-Preis für innovative Krebsforschung

Postdoc-Preise an drei Forscher

Mit 3000 Euro dotierte Postdoc-Preise 2005 der Robert Koch-Stiftung gingen an Dr. Volkhard Kempf aus Tübingen, Dr. Anne Krug aus München und Dr. Thomas Pietschmann aus Heidelberg. Kempf erforscht das Bakterium Bartonella henselae, Krug plasmozytoide dendritische Zellen und Pietschmann die HCV-Vermehrung in der Zellkultur. (eb) 

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Insomnie

Wie sich schlechter Schlaf auf Schmerzen auswirkt

Lesetipps
Nahaufnahme einer männliche Hand, die die Tagesdosen an Vitaminen, Medikamenten, Tabletten und Nahrungsergänzungsmitteln in eine Tablettenbox füllt.

© eliosdnepr / stock.adobe.com

NAKO-Studie

Jeder Vierte erhält offenbar mindestens ein inadäquates Medikament im Alter